20. July 2017

Haftpflichtversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen in unserem Leben ist die private Haftpflichtversicherung. Sie haftet für Schäden, die man selbst verursacht. Eine Haftpflichtversicherung besteht aber auch in Teilen anderer Versicherungen und ist dann auch gesetzlich vorgeschrieben, wie zum Beispiel bei der KFZ-Haftpflicht Versicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung. Die private Haftpflichtversicherung ist eine freiwillige Versicherung, die einem selbst überlassen ist, diese für sich abzuschließen. Die Haftpflicht zum Beispiel bei der KFZ-Versicherung ist eine Pflichtversicherung weil der Gesetzgeber das Führen eines Fahrzeugs für eine risikoträchtige Tätigkeit ansieht, die aus dem Betreiben eines Fahrzeugs ausgeht. Wie in allen Begründungen mit der rechtliche Grundlagen erklärt werden sollen, wird auch hier mit vielen Worten umschrieben, sich mit einem Fahrzeug von A nach B bewegen, ist gefährlich. Die erhöhte Gefahr kommt von der Masse, die man bewegt, wenn man sich in ein Fahrzeug setzt. Hatten in den 70er und 80er Jahren die Mittelklassewagen noch eine Masse unter 1.000 Kg, bewegen sich die meisten Fahrzeuge in dieser Klasse mit einer Masse von 1.500 Kg und mehr über die Straßen.

Schutz immer und überall

Die Haftpflichtversicherung soll vor Schadensansprüche schützen, die einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten. Ist man zum Beispiel beim Besuch der besten Freundin und was oft vorkommt, beim vergnüglichen Spielen mit der Spielekonsole rutscht einem der Kontroller aus der Hand und landet im Flachbildschirm, ist der Schaden schnell mit über einige hundert Euro entstanden. Die Haftpflichtversicherung übernimmt dann den Schaden und die Freundin kann sich einen neuen Flachbildschirm kaufen, ohne dass die Freundschaft darunter leidet.

Haftpflicht bedeutet bei der Haftpflichtversicherung nicht die Pflicht eine Versicherung zu besitzen, sondern die Verpflichtung, für einen Schaden zu haften, den man selbst anderen zugefügt hat. Es spielt dabei allerdings keine Rolle, ob ein Schaden entstehen könnte, sondern es liegt die Einschätzung über das generelle Risiko, einen Schaden zu verursachen und die Höhe des Risikos vor, die eine Haftpflicht zusammen fasst. Das Risiko und die Höhe der eventuell entstehenden Schäden durch eine Person, sind bei der privaten Haftpflichtversicherung geringer als das Risiko und die Höhe der eventuell entstehenden Schäden zum Beispiel wenn man ein Haustier hält oder durch ein Fahrzeug. Wenn eine Person gegen ein Fahrzeug läuft, entsteht wenn überhaupt nur ein geringer Sachschaden. Fährt man mit einem anderen Fahrzeug in das parkende Fahrzeug kann es bis zum Totalschaden führen.

Die Haftpflichtversicherung ist eine Pflicht

Das Risiko ist ein entscheidender Faktor, für oder gegen eine Pflicht bei der Haftpflichtversicherung. Zu den Pflichtversicherungen zählt daher auch die Haftpflichtversicherung bei der KFZ-Versicherung, die Berufshaftpflichtversicherung und Jagdhaftpflichtversicherung. Die Haftpflichtversicherung als freiwillige Absicherung ist dadurch aber nicht weniger wichtig. Sie dient zusammen wirkend mit anderen Leistungen der unterschiedlichen Versicherungen immer als eine Absicherung von Schadensforderungen dritter, die eine Verletzung, Beschädigung, Verlust oder Zerstörung von Sachwerten erlitten haben.

Als Haftender muss man diese Schäden durch finanziellen Aufwand wieder herstellen, besser gesagt, man muss für entstandene Schäden zahlen.

In manchen Bereichen sind diese entstandenen Schäden gar nicht so gering wie der eingeschlagene Flachbildschirm. So musste eine Haftpflichtversicherung schon einmal für einen Schaden aufkommen, den ein spielendes Kind verursacht hat. In einer stillgelegten Gerberei spielten Kinder in einem Raum und drehten an verschiedenen Sperrverschlüssen und öffneten so ein Ventil zu einem Chemikalientank, die sich dann einige Meter weiter in der halbabgerissenen Produktionshalle über den Boden ergoss.

Es wurde dadurch ein Großalarm ausgelöst, der einen Einsatz der Feuerwehr und des THW nötig machte. Es mussten einige hundert Kubikmeter verunreinigtes Erdreich ausgeschachtet und auf einer Sondermülldeponie entsorgt werden. Der Schaden betrug mehrere Millionen Euro.

Auch bei der KFZ Haftpflichtversicherung kommt es immer wieder zu großen Schadensansprüchen. So bemerkte ein Fahrer eines Tanklastzuges, dass es sein Fahrzeug nicht mehr bremsen konnte. Durch einen technischen Defekt wurden die Bremsen in ihrer Wirkung sehr beeinträchtigt. Er konnte das Fahrzeug noch durch einen kleinen Ort lenken, verlor aber die Kontrolle am Ausgang der Ortschaft und steuerte in ein Fabrikgebäude. Der Fahrer kam dabei ums Leben, das Fahrzeug fing beim Aufprall Feuer und brannte zusammen mit dem Fabrikgebäude vollkommen aus.

Die Varianten in der Haftpflichtversicherung

Für die Haftpflichtversicherung spricht also vieles, was der Mensch nicht immer in seiner Kontrolle hat oder durch Unachtsamkeit geschehen kann. Mit der Absicherung durch die Haftpflichtversicherung ist man als Betroffener eines Schadens als Anspruchsteller von der finanziellen Situation des Versicherten unabhängig und kann seine Forderungen direkt an den Versicherer richten. Der Schaden wird in einem Vorgang reguliert.

Die Haftpflichtversicherung im privaten Bereich kommt vor in der

Im Umfeld von Betrieben und Beruf gibt es auch spezielle Arten der Haftpflichtversicherung. So gibt es für produzierende Firmen eine Produkthaftpflicht. Der Hersteller haftet also für sein Produkt, auch und gerade wenn sein Produkt verwendet wird. Ein typisches, wenn auch nicht für jeden Autokäufer betreffendes Beispiel sind die Rückrufe in der Automobilbranche. Bei einigen Herstellern werden bei Rückrufen Schäden in Höhe von 2 – 3 Milliarden Euro verursacht, weil Bauteile bei Nutzung ausfallen oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Diese Bauteile werden dann in den Werkstätten ausgetauscht. Produkthaftung findet man aber auch in seinem eigenen Haushalt. So müssen für Elektrogeräte eine Produkthaftung von mindestens 2 Jahre gewährt werden. Die Produkthaftung bezeichnet man auch als Garantie.

Bei der betrieblichen Haftpflichtversicherung kennt man als Arbeitnehmer die Berufshaftpflichtversicherung, bei den Firmen und Betrieben ist es die Betriebshaftpflichtversicherung. In den freien Berufen wie zum Beispiel Ärzte, Architekten oder Bauingenieure ebenfalls Betriebshaftpflichtversicherungen, wenn diese auch in anderem Rahmen als bei Firmen und Betrieben angeboten werden. Bei Berufen, die sich im Finanzsektor ansiedeln, gibt es die Vermögenshaftpflichtversicherung. In diese Gruppe sind auch Anwälte, Wirtschaftsprüfer oder Notare abgesichert.

Die Haftpflichtversicherung als ein Teil einer übergeordneten Versicherung oder als private Absicherung soll dabei helfen, Schadensansprüche zu bedienen, ohne dass man selbst dabei in finanzielle Not gerät. Dem amerikanischen Automobilhersteller General Motors wurde diese Haftungsverpflichtung bereits zu hoch und musste mit steuerlichen Mitteln in Höhe von über 50 Milliarden vor den Ruin gerettet werden.

Missbrauch mit der Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung wird aber auch immer wieder missbraucht. So sind in den letzten Jahren immer wieder von Banden berichtet worden, die absichtlich Unfälle provozieren, um die Schäden durch die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ersetzen zu lassen. Die beschädigten Fahrzeuge wurden dann immer wieder repariert und für weitere Unfälle benutzt. Die Haftpflichtversicherung kann in solchen Fällen die Haftung verweigern.