28. May 2018

Rechtsschutzversicherungen werden teurer durch Dieselgate

Rechtsschutzversicherungen könnten durch einen Skandal künftig deutlich teurer werden. Zu verdanken haben wir diese Tatsache dem Autohersteller VW, denn mit Hilfe einer Software wurden bei Dieselfahrzeugen die Abgaswerte manipuliert. In der Folge sieht sich der Konzern einer Menge Klagen von wütenden Kunden gegenüber, wahrscheinlich müssen einige Milliarden dafür locker gemacht werden.

Unter dem Skandal haben jedoch nicht nur die Fahrer der betroffenen Fahrzeuge zu leiden, sondern auch die Versicherungsbranche allgemein und somit im Endeffekt auch andere Verbraucher. Betroffen sind etwa 2,5 Millionen Käufer, bei denen die entsprechende Software im Auto installiert war. In den USA können Kunden mit einer Entschädigung für die Täuschung rechnen, in Deutschland wird aber anscheinend kein Schadenersatz geleistet. Um ihre Klage vor dem Gericht durchzusetzen, wird natürlich die Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen.

Versicherungen holen sich ihr Geld zurück

Sicher werden nicht alle betroffenen Kunden vor Gericht ziehen, und dennoch werden sich im Zuge davon die Rechtsschutzversicherungen verteuern. Wird eine Nachrüstung von VW abgelehnt, dann muss die Versicherung einspringen, und über eine solche verfügen schätzungsweise etwa 25 Prozent der VW-Fahrer. Kommt es hart auf hart, so belaufen sich die Zahlungen auf mehr als vier Milliarden Euro.

Natürlich haben Versicherungsunternehmen nichts zu verschenken und holen sich die Kosten auf anderem Weg wieder rein, nämlich durch eine Erhöhung der Beiträge. Bereits vor einigen Jahren wurden die Prämien deutlich angehoben, nachdem gemäß Gesetzesänderung durch eine Erhöhung der Anwaltshonorare die Gerichtskosten anstiegen.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Rechtsschutzversicherungen ihren Kunden kündigen können, wenn dann innerhalb von einem Jahr ein weiterer Rechtsstreit ins Haus steht. Soll dann eine neue Versicherung abgeschlossen werden, kann diese entsprechend teurer werden, falls ein negativer Eintrag in der HIS-Auskunftei vorhanden ist.

Durch Umrüstung könnten Defekte verursacht werden

Nicht nur mit verteuerten Rechtsschutzversicherungen und eventueller Kündigung müssen sich Verbraucher herum ärgern, denn es gibt womöglich noch ein weiteres Problem. In diesem Fall handelt es sich um mögliche Langzeitfolgen für umgerüstete Dieselautos. Zu den geplanten Maßnahmen gehören neben einem Update der Software auch der Einbau eines zusätzlichen Filters.

Die aktuelle Steuerungssoftware wird dann dafür sorgen, dass verschiedene Komponenten einer stärkeren Beanspruchung ausgesetzt sind. Das hat eventuell zur Folge, dass sie wesentlich früher versagen, das gilt zum Beispiel für den Speicherkatalysator und das Abgasrückführventil. Von VW wurden die Vorwürfe eines schnelleren Motorverschleißes jedoch zurückgewiesen. Aus diesem Grund wird eine Garantie für Motorschäden nach der Umrüstung vehement abgelehnt. Kein Verbraucher ist gezwungen, eine solche Umrüstung seines Fahrzeugs vornehmen zu lassen, allerdings riskiert man dann unter Umständen einen Verlust der Zulassung.

Dieselgate soll angeblich nicht zu Kündigungen führen

Viele Kläger sind selbstverständlich verunsichert, denn schließlich wollen sie wegen eines Rechtsstreits nicht unbedingt eine Kündigung von Seiten des Versicherungsunternehmens riskieren. Um Kunden zu beruhigen haben deshalb bereits mehrere große Versicherer verlauten lassen, dass es aufgrund des VW-Skandals und der daraus entstandenen Folgen keine außerordentlichen Kündigungen geben wird.

Bei einigen auffälligen Kunden, die häufiger die Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen, könnte von manchen Versicherungsunternehmen jedoch eine höhere Selbstbeteiligung verlangt werden. Bisher haben sich aber schon einige Rechtsschutzversicherungen gegen eine Deckung gesträubt. Streben Kunden dann eine Deckungsklage an, könnte es unter Umständen teuer werden, denn bei einer Niederlage bleiben sie auf den Kosten sitzen. Letztendlich haben die Versicherer diesen Fall ganz unterschiedlich und wägen jeweils im Einzelfall ab.

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