15. December 2018

Glasversicherung

Bei der Glasversicherung oder auch Glasbruchversicherung denkt man immer zuerst an das Kind beim Fußball spielen und den Ball, der durch die Fensterscheibe fliegt. Aber bei der modernen Verglasung von Fenster und Türen ist das auch nicht mehr so einfach, einen Ball durch das Fensterglas zu schießen. Bei den Doppel- oder Dreifachverglasungen kommen deutlich dickere Glasscheiben zum Einsatz. Waren noch 2 mm der Standard bei der Einfachverglasung, kommen bei der Doppelverglasung Glasscheiben mit 3 – 6 mm Wandstärke zum Einsatz, je nach Größe der Scheibenfläche. Auch verwendet man für diese Verglasungen kein einfaches Fensterglas, sondern mit Sonnenschutz beschichtete und verstärkte Glasscheiben, die von einem Ring umgeben sind, der zum einen als Abstandhalter dient, zum anderen aber auch mit weiteren Funktionen versehen ist. So gibt es ein Trocknungsmittel in diesem Ring, die ein Beschlagen von Innen verhindern

Glas ist nicht gleich Glas

Der effektive Isolationsaufbau wird außerdem mit einer Gasfüllung erhöht.

Diese Isolierverglasungen haben aber nicht nur eine Funktion, sondern auch ihren Preis.

Konnte man vor Jahren noch eine Fensterscheibe für ein paar Euro bekommen, sind Thermofenster mit ab 60 Euro pro Quadratmeter nahezu 10- bis 15-mal so teuer. Zwar gibt es immer noch das Standardmaß bei den Fenster- und Türscheiben, doch werden viele Fenster und Türen maßgefertigt, nicht zuletzt, weil bei den Türen unzählige Designs angeboten werden.

Bei der Glasversicherung werden aber nicht nur Fenster und Türen berücksichtigt. In unserem Alltag sind wir von Glas umgeben. Die Duschkabine besteht genauso aus Glas wie die Spritzschutzwand an der Badewanne, Innentüren werden mit vielen dekorativen matten Verzierungen als Ganzglastür aus Sicherheitsglas angeboten und die Zwischentüren haben Glaseinsätze aus Farbmosaiken. Man setzt sich an den Glastisch, geht durch die Wand hohe Schiebetür der verglasten Rückseite in den Wintergarten, der aus unzähligen Glasscheiben zusammengesetzt ist. Vielleicht nimmt man dann noch eine Tasse aus der Glasvitrine und einen Teller aus dem Küchenschrank mit Glastür.

Die Verwendung von Glas und Gegenständen aus Glas ist für das moderne Design und die Architektur nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch im Außenbereich nicht mehr wegzudenken. Glas macht unsere Wohnräume heller und ist zeitlos.

Wie wichtig ist eine Versicherung für Glas?

Umso wichtiger ist die Glasversicherung, wenn mal was zu Bruch geht. Aber muss man eine separate Glasversicherung überhaupt abschließen? Bewegen wir uns in unseren eigenen vier Wänden, sind Glasbruchschäden durch die Gebäude oder Hausratversicherung abgedeckt. Wird dieser Schaden nicht durch diese beiden Versicherungen abgedeckt, haftet die Privathaftpflichtversicherung. Je nach Situation und Schadensszenario werden die Schäden bereits durch eine Glasversicherung innerhalb anderer Versicherungen abgedeckt. Aber es werden nicht alle Schäden abgedeckt, wenn durch die Situation unklar ist, der Verursacher des Schadens vielleicht auch nur zu Besuch ist.

Am besten lässt sich sagen, für wen die Glasversicherung auf jeden Fall notwendig ist. Wenn man bei sich eine Vorder- oder Rückseite mit Glasfront besitzt, also eine oder mehrere Wände vorwiegend aus Glas besteht. Dann ist eine Glasversicherung zumindest sehr zu empfehlen. Auch wenn die Glasversicherung ein Bestandteil einer Hausratversicherung, einer Gebäudeversicherung oder einer Privathaftpflichtversicherung ist, sollte man ihr eine gewisse Beachtung schenken. Denn die Glasversicherung ist ein eigenständiges Instrument, um finanzielle Mehraufwendungen abzuwehren, wenn mal etwas zu Bruch geht. Wie für viele Versicherungen gibt es Richtlinien für die Glasversicherung, deren Effektivität aber in der beschriebenen Leistung abgedeckt wird. Diese kann in gewissen Punkten abweichen, eine ausgeweitete Leistung besitzen oder auf das Minimum reduziert sein.

Hat man eine Glasversicherung, sind alle wichtigen Bereiche abgedeckt, aber der Teufel steckt im Detail.

Was gehört zur Glasversicherung?

Man sollte sich den Dingen zuwenden, die nicht durch die Glasversicherung abgedeckt werden, damit man weiß, wo man steht. So sind zum Beispiel Glaskörper für optische Gerätschaften nicht versichert. Hohlgläser, Handspiegel oder Glasgeschirr und Beleuchtungselemente werden durch die Glasversicherung nicht versichert. Am Bau befestigte Photovoltaikanlagen sind faktisch aus Glas und gehören durch die Montage zum Haus, sind aber auch nicht in der Glasversicherung enthalten.

Aus Glas produzierte Ton- oder Bildwiedergabegeräte, wie zum Beispiel der große Flachbildschirm beim TV oder Monitore sind nicht in der Glasversicherung enthalten.

Es gibt also Bereiche der Glasversicherung, die nicht versichert werden. Es gibt aber auch den Bereich der optionalen Versicherbarkeit. Das sind die Bereiche der Glasversicherung, die zur Glasversicherung gehören, aber nur separat zusätzlich angeboten werden, um diese abgesichert zu bekommen. Diese Abdeckung betrifft dann nicht allgemein jeden Versicherungsnehmer. Zum Beispiel wohnt nicht jeder in einem Haus oder einer Wohnung mit einer Lichtkuppel. Nicht jeder hat Wände in seinem Haus oder Wohnung aus Glasbausteinen oder Profilbauglas. Diese Bereiche werden gesondert aufgeführt und versichert, wenn es sich als gegeben erscheint. Sonnenkollektoren hat auch nicht jeder Gebäudebesitzer auf dem Dach. Hat man die Dachflächen für die Strom- oder Wärmeerzeugung mit Sonnenkollektoren bebaut, empfiehlt sich ein Gespräch mit seinem Versicherungsfachmann oder mit dem Verband der Versicherungswirtschaft, um eine optimale Absicherung zu erreichen.

Wenn man in seiner Wohnung oder seinem Haus Flächen mit Glaskeramikplatten ausgelegt hat, sollte man auch hier eine zusätzliche Absicherung innerhalb der Glasversicherung hinzufügen.

Keine Doppelversicherung

Was ist schon versichert, wenn man eine Glasversicherung als Bestandteil einer anderen Versicherung besitzt? In der Glasversicherung unterscheidet man zwei Kategorien.

Die Gebäudeverglasung und die Mobiliarverglasung. Zur Gebäudeverglasung gehören alle Fenster und Türen am und im Haus oder der Wohnung. Aber auch Glasflächen von Terrassen oder Veranden. Manche Balkone haben ein Glasgeländer, auch das ich mit Gebäudeverglasung bezeichnet. Ein Vordach aus Glas am Eingang und Sonnenkollektoren gehören auch zur Gebäudeverglasung. Ist eine Dusche mit Glaselementen oder eine Badewanne mit Spritzwasserumrandung aus Glas verbaut, gehören diese auch zum Gebäude, da sie fest am Mauerwerk und Böden verbunden werden, und sind versichert.

Bei der Mobiliarverglasung sind es zuerst einmal die Geräte mit einem Glaseinsatz wie zum Beispiel der Ofen oder die Mikrowelle, vereinzelt auch Kühl- und Weinlagerschränke, Vitrinen oder Schränke mit Glastüren oder Glaseinsätzen. Auch wenn es für lange Zeit Pech bedeuten soll, ist ein zerbrochener Spiegel, in Form eines Wandschranks mit Spiegeleinfassungen, Wandspiegel oder Standspiegel mit in der Glasversicherung versichert. Nicht zu vergessen den Glastisch oder Glasplatten auf Schrankelementen als Arbeitsfläche.

Bei dem Keramik-Kochfeld und Aquarien oder Terrarien sollte man seine Vertragsunterlagen zu Rate ziehen, denn es gibt Optionen, solche Gegenstände mit in der Glasversicherung abzusichern, aber das ist ein optionales Angebot und ist nicht automatisch mit enthalten. Eine Überprüfung der einzelnen, abgesicherten Sachwerte, die im Vertragswerk der Glasversicherung aufgeführt sind, kann man jederzeit mit optionalen Absicherungen aufstocken.