16. October 2017

Oldtimer mit H-Kennzeichen versichern

Oldtimer mit H-Kennzeichen versichern

Fahrzeuge, die mehr als 30 Jahre alt sind, nennt man Oldtimer. Dabei kann es in der heutigen Zeit sein, dass ein Nachfolgemodell von einem Oldtimer, den man zufällig noch in der Garage stehen hat, auch heute noch auf deutschen Straßen in großer Stückzahl herumfährt. Grund dafür ist, dass sich in den letzten 15 Jahren in Sachen Technik jede Menge verändert hat. Heute kann man ein Auto über lange Jahre hinweg nutzen, ohne dass an ihm gravierende Schäden auftreten. 1997 wurde für eine neue Oldtimer-Klasse das H-Kennzeichen eingeführt. „H“ steht dabei für „historisches Kennzeichen“, wobei auf dem Schild der Buchstabe der normalen Zulassungsnummer dargestellt ist.

Hintergrund der Einführung von diesem Kennzeichen war die Pflege des „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“. Das heißt das Kennzeichen dient dazu, dass Fahrzeuge von früher auch heute noch gefahren werden und diese im Straßenbild sozusagen erhalten bleiben und nicht einfach verschrottet werden oder ins Museum kommen. In Deutschland gibt es rund 250.000 Fahrzeuge, die inzwischen ein derartiges Kennzeichen haben.

Doch nicht jedes Fahrzeug, das mindestens 30 Jahre alt ist, erhält dieses Kennzeichen. Grund dafür ist, dass einige der Fahrzeuge nicht mehr dem Originalzustand entsprechen oder in keinem guten Zustand mehr sind. Denn das H-Kennzeichen ist nicht für museumsreife Austellungsfahrzeuge gedacht. Erhalten kann dieses Kennzeichen jedes Fahrzeug, das über 30 Jahre alt ist. Es spielt hierbei keine Rolle, ob das Fahrzeug zu seiner Zeit eine  Luxuskarosse war oder eher eine Familienkutsche bzw. ein Alltagswagen.

Gutachten nötig

Ob ein Fahrzeug ein H-Kennzeichen erhält, das kann aber nicht pauschal am Alter festgemacht werden bzw. auch nicht daran, ob nach der Aussage des Halters tatsächlich keine Tunings vorgenommen wurden. Besonders in den 1990er Jahren war dies bei schon älteren Fahrzeugen sehr häufig der Fall. Ob das Fahrzeug den H-Status erhält, das muss daher ein Sachverständiger bei der Hauptuntersuchung klären. Dort wird geprüft ob das Aussehen des Fahrzeugs in etwa mit dem Originalzustand entspricht, wobei schon ein fest montiertes Navigationsgerät am Armaturenbrett den Erhalt von einem H-Kennzeichen ausschließt.

Wenn dagegen nachgewiesen werden kann, dass der Anbau von einem Spoilers oder das Sportlenkrad schon damals üblich waren, dann steht einem H-Status meist nichts im Wege, es sei denn das Fahrzeug an sich gilt nicht mehr als verkehrssicher und muss schon allein aus dem Grund aus dem Verkehr gezogen werden. Prüfer nehmen auch sehr genau den Motor von einem derartigen Fahrzeug unter die Lupe.

Denn ein Motor darf zum Beispiel nicht aus einer Baureihe stammen, die für Fahrzeuge verwendet wurde, die wesentlich jünger sind als 30 Jahre. Die meisten Besitzer von einem derartigen Fahrzeug wissen dabei genau, was wann wo verbaut wurde und warum. Es gibt aber auch Retro-Fans, die speziell auf der Suche sind nach einem derartigen Fahrzeug und eben nichts über dessen Vorgeschichte wissen was Reparaturen angeht. Der Sachverständige bringt aber Licht ins Dunkle und entscheidet letztlich durch seine Untersuchung darüber, ob das Fahrzeug ein H-Kennzeichen erhalten kann.

Versicherung und Beiträge

Der Nachteil, der sich zudem aus dem H-Kennzeichen ergibt ist, dass eine pauschale Kfz-Steuer gezahlt werden muss, allerdings von weniger als 200 Euro, jedoch muss man sich um eine Feinstaub-Plakette und städtische Umweltschutzzonen keine Gedanken machen. Die Kombination zwischen H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen ist im Übrigen nicht möglich. Das bedeutet entweder entscheidet man sich das Fahrzeug dauerhaft mit dem H-Kennzeichen angemeldet zu lassen oder man wechselt auf das Saisonkennzeichen und kann das Fahrzeug dann aber auch nur für den bestimmten Zeitraum fahren.

Dies hat aber den Vorteil, dass der Oldtimer im Vergleich zum normalen Oldtimer das ganze Jahr über gefahren werden darf, es sei denn es gibt für dieses Fahrzeug noch passende Winterreifen. Allerdings dürfte dies kein Problem sein, da die Fahrzeuge aus den 1970er und 1980er Jahren auch mit den Reifen bestückt werden können, die es heute im Handel auch noch immer zu kaufen gibt.

Was auf jeden Fall vorhanden sein muss, ist eine Oldtimerversicherung, die natürlich auf die Fahrzeuge mit H-Kennzeichen abgestimmt ist. Versichert werden muss das Fahrzeug natürlich auch. Und zwar bieten hier die Versicherungen für die Oldtimer mit H-Kennzeichen günstige Tarife für die Haftpflichtversicherung und die Kaskoversicherung an. Doch die Versicherungsbedingungen sind nicht ganz ohne Haken.

Denn gefahren werden darf je nach Tarif bzw. Gesellschaft nur zwischen 5000 und 10000 km im Jahr. Damit ist aber für viele Nutzer des H-Kennzeichens für ihren Oldtimer dennoch eine alltägliche Nutzung möglich. Andere, die halt gerne weitere Strecken fahren, zum Beispiel am Wochenende, müssen auf diese Versicherung verzichten. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass der Oldtimer eigentlich nicht für die Alltagsnutzung verwendet werden darf.

Denn für Fahrten zur Arbeit etc. muss ein eigenes regulär versichertes Fahrzeug nachgewiesen werden bei einigen Gesellschaften. Zudem gilt ein Mindestalter für den Fahrer, nämlich 23 oder 25 Jahre. Das bedeutet für einen jungen Retro-Fan, dass er den Golf von seinem Vater oder Großvater gar nicht anmelden kann. Auch fahren darf der Retro-Fan in diesem Fall das Fahrzeug mit H-Kennzeichen nicht, selbst wenn es auf einen anderen, älteren, Halter angemeldet wäre.

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