16. December 2017

KFZ-Versicherer & Tarife – Unterschiede gibt es viele

Jährlich, meist zum 1. Januar eines Jahres wechseln viele Autobesitzer ihre KFZ Versicherung. Dies hat den Grund, weil sie in meist einem ganz bestimmten Punkt mit ihrem bisherigen KFZ-Versicherer nicht mehr zufrieden sind. Und zwar geht es hier um den finanziellen Bereich, nämlich die Höhe der Versicherungsprämie, die in der Regel bei gleichbleibender Leistung fast jährlich steigt. Insbesondere in den letzten Jahren ist dies immer wieder zu beobachten. Dabei hängt es zum einen an der Tarifstruktur, die die KFZ-Versicherer anbieten selbst, aber auch daran, dass die Regionalklasse und die Typklasse, in die ein Fahrzeug eingestuft wird, sich verändern.

Hierbei handelt es sich nämlich um statistische Werte, die sich jedes Mal dann verändern, wenn mit einem bestimmten Modell eines bestimmten Herstellers statisch gesehen in einer Region eine ganze Reihe von Unfällen passieren. Die anderen Autobesitzer des gleichen Modells haben in diesem Fall darunter zu leiden. Die jeweilige Einstufung des Fahrzeuges gilt dabei sowohl für die Haftpflichtversicherung, wie auch für die Kaskoversicherung. Die Beiträge für die KFZ Versicherung allgemein richten sich dabei nach dem Index, der Schadenshäufigkeit und Schadenshöhe berücksichtigt in einer Region.

Das bedeutet je mehr teure Unfälle mit einem Fahrzeugmodell geschehen, umso höher ist die Typklasse und umso höher ist auch die Versicherungsprämie. Das bedeutet vor allem, das ältere Fahrzeugmodelle, die häufig von Fahranfängern genutzt werden, meist höher eingestuft sind als Neuwagen oder sogar ein Cabrio. Automatisch höher eingestuft sind auch Diesel-Fahrzeuge, da es sich hier um typische Vielfahrer-Fahrzeuge handelt. Das heißt die Versicherungsprämie für einen Benziner liegt im Vergleich niedriger.

Auch auf die Einstufung der Regionalklasse hat der Versicherungsnehmer keinen Einfluss, wenn er bei der KFZ Versicherung anfragt. Denn die Höhe des Beitragsanteils hier richtet sich nach dem Wohnort des Versicherungsnehmers. Der Wert der Regionalklasse ergibt sich indem die Zulassungsbezirke nach dem Schadensbedarf eingestuft sind. Auch hier spielt wiederum die Anzahl und auch die Schwere der Unfälle eine wesentliche Rolle. Unterschieden wird hierbei in 15 Regionalklassen. Und es gilt: Je höher die zugeordnete Regionalklasse ist, umso höher fällt der Beitrag aus.

Die Höhe der Tarife für eine KFZ Versicherung sind aber nicht allein vom Wohnort und vom Fahrzeugmodell abhängig. Es gibt auch noch andere Faktoren, die hier einen Einfluss haben und die der Versicherte letztlich sehr viel besser beeinflussen kann, als die Tariffaktoren Regionalklasse und Typklasse. Hier würde nämlich nur helfen umzuziehen in eine Region, in der eine niedrigere Regionalklasse herrscht oder sich das Fahrzeugmodell gezielt nach dem Gesichtspunkt auszusuchen, damit die Beiträge für die Versicherung recht niedrig gehalten werden können.

Sparpotenzial durch Schadensfreiheit

Die Tarifeinstufung in der KFZ Versicherung ist allerdings auch abhängig von dem  Schadenfreiheitrabatt, der dem einzelnen Fahrer individuell gewährt wird. Dessen Höhe richtet sich nach dem Verhalten des Fahrers und dessen möglichst schadenfreiem Autofahren während der letzten Jahre. Je länger ein Fahrer unfallfrei fährt, umso höher fällt der Schadenfreiheitsrabatt aus. Dies ist auch der Grund warum Fahranfänger mit 240 Prozent (oder teils auch höher) vom Grundbeitrag von den KFZ-Versicherern veranlagt werden, wenn sie das erste eigene Auto gleich auf sich anmelden.

Wer indes schon 18 Jahre lang schadenfrei durch den Verkehr gekommen ist,  der zahlt nur noch 30 Prozent des Grundbeitrages. Dieser Schadenfreiheitsrabatt gilt auch, wenn der Versicherte einen Zweitwagen auf sich anmeldet. Dabei muss aber nachgewiesen werden, dass das versicherte Fahrzeug auch wirklich von der Person gefahren wird, auf den der Vertrag umgeschrieben wurde. Es ist dabei gängige Praxis, dass ein Fahrzeug meist drei Jahre auf die Eltern läuft nachdem der Fahranfänger den Führerschein gemacht hat. Bis dahin kann das Fahrzeug im Rahmen der Zweitwagenversicherung laufen. Dabei kann der Schadenfreiheitsrabatt unter gewissen Umständen auch auf den Ehepartner oder später auch das Kind übertragen werden.

Weiche Tariffaktoren

Außer den gesetzlich festgelegten Faktoren, die für die Berechnung der Tarife für die KFZ Versicherung herangezogen werden, gibt es auch noch sogenannte weiche Tarifmerkmale, die von allen KFZ-Versicheren auch unterschiedlich stark bewertet werden. Hierzu gehören das Alter des Fahrzeughalters und das der anderen Fahrer, sowie das Fahrzeugalter bei der ersten Zulassung und der Zeitwert des zu versichernden Fahrzeugs bzw. Neuwert, was nun wieder abhängig ist vom Alter des Fahrzeugs. Außerdem spielt auch eine Rolle, wo das Fahrzeug in der Nacht untergestellt bzw. abgestellt wird.

Ideal ist natürlich die Garage, was dem Versicherten einen Garagenrabatt einbringt. Denn an stark befahrenen Straßen herrscht nun einmal ein erhöhtes Unfall- und Beschädigungsrisiko, was letztlich auch zu einer Erhöhung des Tarifes führen kann. Auch der Beruf des Versicherungsnehmers kann hier unter Umständen von Belang sein. Insbesondere Angestellte im öffentlichen Dienst erhalten hier einen Rabatt. Bei einigen KFZ-Versicherern kann auch der Punktestand in Flensburg entscheidend sein wie hoch die Prämie für die KFZ Versicherung ist. Denn wer schon eine Menge Punkte in Flensburg hat, der kann möglicherweise damit rechnen, dass er bei der KFZ Versicherung hier ein bisschen mehr zahlen muss.

Nimmt man alles zusammen: Es gibt Tariffaktoren, auf die der Versicherungsnehmer keinen bzw. einen nur minimalen Einfluss hat und andere, die von seinem Verhalten herrühren bzw. von seinen Lebensumständen.

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