16. December 2017

Berufsunfähigkeitsrente

Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente, oder auch oft BU-Versicherung gennannt, ist eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt, dient sie doch vor allem der Sicherung des Lebensstandards im Fall eines wie auch immer gearteten Wegfalls der Berufsfähigkeit. Das kann Ihnen nicht passieren? Natürlich hofft man immer, dass man von Krankheiten, Unfällen und anderen Risikofaktoren verschont bleibt. Fakt ist aber, dass viele Menschen die in die Schuldenfalle abgerutscht sind, dies vor allem erleben mussten, weil sie für den Krankheitsfall nicht vorgesorgt haben.

Und vor allem so heimtückische Erkrankungen wie ein Burn-out, eine Krebserkrankung oder anderweitige unvorhergesehene Dinge, gegen die man sich mit Vorsorge und einem gesunden Lebensstil nur bedingt schützen kann, können jeden treffen. Deshalb sollte man wissen, dass die staatliche Berufsunfähigkeitsrente zum 01.01.2001 abgeschafft wurde.

Eine solche Rente können heute nur noch Personen beantragen, die vor dem 01.01.1961 geboren wurden. Der Staat hilft also nicht weiter, wenn es wirklich zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Aber, wie soll es dann weitergehen? Arbeitslosigkeit und schließlich Hartz IV? Berufsunfähig heißt ja nicht automatisch erwerbsunfähig, also kommt man zumeist auch nicht, oder zumindest nicht zwangsläufig, für eine Erwerbsunfähigkeitsrente infrage. Solcherlei Schicksalsschläge kann man nur ohne allzu große finanzielle Einschnitte überstehen, wenn man selbst entsprechend vorgesorgt hat.

Wer zahlt eine Berufsunfähigkeitsrente?

Die Berufsunfähigkeitsrente kann man, wenn man nicht zum oben genannten Personenkreis gehört, heute nur noch auf dem Sektor der privaten Versicherungen beziehen. Eine solche Berufsunfähigkeitsrente kann Bestandteil von Lebensversicherungen, privaten Rentenversicherungen oder betrieblichen Altersvorsorgevertragen sein, es gibt aber auch komplette Berufsunfähigkeitsversicherungen, die ausschließlich im Fall einer eingetretenen Berufsunfähigkeit eine solche Berufsunfähigkeitsrente zahlen. Diese werden von allen gängigen Versicherern angeboten. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die man beim Abschluss beachten sollte, damit man im Ernstfall auch wirklich die benötigte Berufsunfähigkeitsrente erhält.

Was bei der Berufsunfähigkeitsrente beachtet werden muss

Die Berufsunfähigkeitsrente soll im Ernstfall den Einkommensverlust, der durch die Erkrankung bzw. den Wegfall der Berufsfähigkeit herbeigeführt wird, auffangen. Hierfür müssen zwei Voraussetzungen zwingend erfüllt sein. Zum einen muss klar sein, dass die Versicherung nicht erst bei einer 100%igen Berufsunfähigkeit greift.

Denn oftmals führt schon eine niedrigere Berufsunfähigkeit, in der Regel eine solche um 50%, entweder zu einer sehr langen Erkrankung mit Bezug von Krankengeld oder sogar zur personenbedingten Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Für genau diese Fälle ist aber die Berufsunfähigkeitsrente gedacht. Außerdem gilt es beim Abschluss eines Versicherungsvertrages darauf zu achten, dass die Berufsunfähigkeitsrente nicht nur bereits ab einer Berufsunfähigkeit von 50% bewilligt wird, sondern auch ab einem Prognosezeitraum von 6 Monaten.

Das heißt, wenn der Arzt bescheinigt, dass die Berufsunfähigkeit mindestens für die nächsten sechs Monate besteht, greift die Versicherung und die Berufsunfähigkeitsrente wird gewährt. Es gibt Versicherer, die erst einspringen, wenn von einer dauerhaften Berufsunfähigkeit ausgegangen werden kann. Auch dieser Schutz ist unzureichend, gibt es doch zu viele Fälle in denen das Vorliegen dieser Voraussetzung erst nach jahrelanger Krankheit wirklich ärztlich festgestellt werden kann.

Darüber hinaus sollte man sich bereits beim Abschluss des Vertrages Gedanken darüber machen, wie hoch die Berufsunfähigkeitsrente sein sollte. Damit man wirklich vor erheblichen finanziellen Schäden geschützt ist, ist eine Abdeckung von 80 % des eigenen Nettoeinkommens ratsam. Eine Versicherung mit einer derart hohen Berufsunfähigkeitsrente kann zuweilen durchaus einiges kosten, vor allem wenn man den Vertrag nicht bereits mit Anfang zwanzig abschließt. Aber gerade wenn man eine Familie zu versorgen hat und finanzielle Verpflichtungen hat, sollte man an dieser Stelle nicht unbedingt geizen.

Im Übrigen sollte man beachten, dass die Berufsunfähigkeitsrente ab einem gewissen Gesamteinkommen versteuert werden muss. Hier sollte man auf jeden Fall, um evtl. schuldhafte Versäumnisse gegenüber dem Finanzamt zu vermeiden, einmalig einen Steuerberater kontaktieren, um abschließend zu klären, ob man im zu versteuernden Rahmen liegt oder nicht.

Welche Voraussetzungen gelten für die Erlangung einer Berufsunfähigkeitsrente?

Zwei wichtige Dinge wurden bereits genannt: Es muss eine Berufsunfähigkeit für einen bestimmten Zeitraum, der im Vertrag der Versicherung festgesetzt wird, vorliegen. Und diese muss einen bestimmten Grad, am besten 50%, erreichen oder überschreiten. Doch, was ist eine Berufsunfähigkeit überhaupt? Als solche wird die Situation definiert, wenn man aufgrund einer Erkrankung, eines Unfalls, einer Körperverletzung oder eines anderweitigen Schwindens der Leistungsfähigkeit nicht in der Lage, den gelernten oder zuletzt ausgeübten Beruf oder eine ähnliche bzw. gleichwertige Tätigkeit auszuüben.

Wenn man das Gefühl hat, dass eine Erkrankung derart schlimm ist, sollte man unbedingt ein ehrliches und offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen, damit die Beantragung einer Berufsunfähigkeitsrente eingeleitet werden kann.

Letztlich muss man festhalten, dass eine Berufsunfähigkeitsrente in mancherlei Situation die einzige Möglichkeit ist, den Lebensstandard über dem Hartz IV Niveau zu erhalten. Deshalb sollte man bereits in jungen Jahren sichergehen, dass man gegen Berufsunfähigkeit entsprechend versichert ist. Ist dies bislang nicht der Fall und sollte man bereits etwas älter sein, lohnt es sich zu prüfen, ob die Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer Kompaktversicherung, also zusammen mit einer betrieblichen Altersvorsorge, einer Lebens- oder Rentenversicherung oder anderen Versicherungsangeboten nicht eine günstige Alternative darstellt. Auf keinen Fall sollte man sich auf einen Vertrag einlassen, der zwar wenig kostet, dafür aber die Gewährung der Berufsunfähigkeitsrente nur unter extremen Umständen vorsieht.

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