25. September 2017

Hundekrankenversicherung

HundekrankenversicherungDie Krankenversicherung für Hunde kam in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts langsam nach Deutschland, nachdem sie zuvor in Ländern wie den USA, Schweden oder Großbritannien längst gang und gäbe war. In Deutschland hatte sie es anfangs nicht ganz leicht, Fuß zu fassen, gilt inzwischen aber als eine der Tierversicherungen, die für Hundehalter durchaus wichtig sein können, vorausgesetzt die Leistungen der Versicherung stimmen.

Denn genau das ist eines der Probleme, die man bei dieser Versicherung immer wieder vorfindet, die Leistungskataloge sind teilweise unübersichtlich und es werden viel zu viele Situationen ausgeschlossen, in denen keine Kostenübernahme erfolgt. Wer eine schlechte Krankenversicherung für den Hund gewählt hat, wird im Ernstfall allein dastehen mit den Sorgen um den geliebten Vierbeiner und den Kosten, die durch die medizinische Betreuung verursacht werden.

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Worauf man unbedingt achten sollte

Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Versicherung eine freie Tierarztwahl zulässt. Genau wie beim Hausarzt ist der Tierarzt jemand, dem man ein ganzes Stück weit vertrauen muss, vertraut man ihm doch ein Wesen an, das nicht für sich selbst sprechen kann und dem Halter selbst eine ganze Menge bedeutet. Besteht hier keine Vertrauensbasis, wird der Hundehalter im Fall einer schwerwiegenden Erkrankung seines Hundes den Tierarzt kaum die entsprechend notwendigen medizinischen Schritte einleiten lassen, vor allem nicht, wenn es sich vielleicht um eine heikle Operation handelt.

Außerdem sollte Therapiefreiheit bestehen. Das bedeutet, dass die Versicherung auch dann eine Therapie zahlt, wenn sie vielleicht nicht als die mit den größten Heilchancen angesehen wird, dafür aber wesentlich weniger aggressiv ist. Und darüber hinaus sollte man Wert darauflegen, dass präventive Maßnahme, wie zum Beispiel Impfungen, Parasitenbehandlungen und Zahnprophylaxe im Versicherungsschutz enthalten sind. Wichtig ist natürlich auch, dass der gesamte Leistungskatalog verständlich und übersichtlich gestaltet ist. Je mehr Verklausulierungen und mögliche Ausschlussgrüne vorhanden sind, desto mehr Hintertüren hat die Versicherung im Fall der Fälle die Zahlung zu verweigern.

Krankenversicherung vs. Hundesparbuch

Aber brauche ich wirklich eine Krankenversicherung für den Hund? Wenn man sich beispielsweise einen Welpen aus einer guten Zucht zulegt, gehen viele Hundehalter davon aus, dass erst einmal keine großen Erkrankungen anstehen werden. In jungen Jahren kosten die ärztlichen Behandlungen ohnehin nicht so viel.

Das bisschen an Impfung, Prophylaxe etc. kann man auch aus der eigenen Tasche bezahlen. Wenn man die Kosten, die man im Monat in eine Krankenversicherung für den Hund investieren würde, auf ein entsprechendes Sparbuch legt und dort anspart, ist man ebenfalls versichert, wenn einmal im Alter etwas mit dem Hund sein sollte. Und wenn das Geld nicht komplett benötigt wird, hat man es immerhin nicht an eine Versicherung verschwendet.

Diese oder ähnliche Gedankengänge hört man von Kritikern der Krankenversicherung für Hunde regelmäßig. Dagegen lässt sich argumentieren, dass bei den aktuellen Zinsständen ein Sparbuch allgemein wenig lohnenswert ist. Allein die Tatsache, dass ein Hund jung ist und aus einer guten Züchtung kommt, heißt nicht, dass er nicht anfällig für Erkrankungen sein kann.

Dabei muss der Hund nicht einmal krank werden, damit vielleicht eine ärztliche Behandlung notwendig wird. Es reicht bereits aus, wenn der Hund etwas Scharfkantiges oder etwas Spitzes verschluckt hat und eine Behandlung notwendig wird, um ihn vor inneren Verletzungen zu bewahren. In solchen Fällen, die oftmals gerade bei jungen und noch sehr verspielten Hunden vorkommen, können auch bereits hohe Kosten auf den Hundehalter zukommen.

Es dauert meistens einige Jahre um die volle Summe, die von der Versicherung bei einer schwerwiegenden Erkrankung oder einer Operation übernommen werden würde, zusammensparen zu können. Bei den meisten Krankenversicherungen für den Hund ist es aber so, dass der Höchstbetrag lediglich ein Jahresbetrag ist. Wenn im nächsten Jahr wieder eine Operation oder eine Behandlung ansteht, wird diese wieder von der Krankenversicherung für den Hund übernommen.

Ein Hundehalter, dessen Hund mehrere Jahre hintereinander an unterschiedlichen Erkrankungen gelitten hat oder der vielleicht aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung mehrfach operiert und behandelt werden musste, wird sein auf diesem Weg Erspartes schnell für die Versorgung des Hundes ausgegeben haben. Die den angesparten Betrag übersteigenden Kosten können dann durchaus so hoch ausfallen, dass sie den Hundehalter in echte finanzielle Probleme stürzen.

Hundekrankenversicherung – welche Anbieter gibt es auf dem Markt?

Es gibt unterschiedliche Anbieter für die Krankenversicherung für Hunde. Zum einen gibt es solche Versicherer, die sich in der Hauptsache auf Tierversicherungen und Halterversicherungen spezialisiert haben. Eine solche Versicherung ist beispielsweise die Uelzener Tier und Halter Versicherung. Hier sind die Versicherungsleistungen recht hoch, wenn auch ein Stück weit an das Alter des Tieres bei der Anmeldung gebunden.

Beispielsweise werden bei einem Hund, der vor der Vollendung des fünften Lebensjahres versichert wird, stationäre und ambulante Behandlungen und Operationen bis zu 100% der Kosten übernommen. Wird die Versicherung erst zwischen dem Beginn des Sechsten und der Vollendung des achten Lebensjahres abgeschlossen, werden bereits nur noch Kosten bis zu 80% übernommen. Bei einer späteren Versicherungsaufnahme sinken die übernahmefähigen Beträge auf maximal 60% der anfallenden Kosten. Gegen entsprechend höhere Beiträge kann man die Differenz allerdings wieder ausgleichen.

Neben den spezialisierten Versicherungen gibt es noch solche Allgemeinversicherer wie die Allianz, die HUK-Coburg oder beispielsweise die Gothaer, die ebenfalls Krankenversicherungen für den Hund anbieten. Hier gibt es Tarife mit großen Unterschieden von sehr günstig mit relativ geringem Leistungsvolumen bis zu relativ teuer mit hohen Kostenübernahmesummen.

Letztlich muss jeder Hundehalter für sich selbst entscheiden ob und wenn ja was für eine Krankenversicherung für den Hund er abschließen möchte. Auf jeden Fall sollte man in irgendeiner Art und Weise für mögliche Kosten der Gesundheitsbehandlung seines Tieres vorsorgen. Ansonsten könnte eine ernsthafte Erkrankung des Tieres gleichzeitig auch zu einer ernsthaften Problematik im finanziellen Bereich führen.