15. December 2018

Bauwesenversicherung

Die Bauwesenversicherung ist ein wichtiges Instrument zur Absicherung von Bauprojekten für den Bauherrn oder aber auch für Bauunternehmen. Mit dem Beginn der Errichtung einer Immobilie beginnt man auch die Verantwortung über einen sehr hohen Wert. Bei einem kleinen Häuschen kann man sicher noch unter 100.000 Euro bauen, hingegen haben andere Immobilien und Bauprojekte wesentlich höhere Werte

Die Bauwesenversicherung ist für Schäden ausgerichtet, die durch unvorhersehbare Ereignisse auftreten können, wie zum Beispiel Sturmschäden, bei Hochwasserschäden oder was auch leider oft vorkommt, Vandalismus. In vielen Bundesländern kommt es zu Vandalismus, weil in Baustellen eingebrochen wird und Baumaterial entwendet wird oder bereits verbaute Installationen gestohlen werden. Die Schäden besonders bei großen Bauvorhaben sind beträchtlich und legen die Bauarbeiten nicht selten für Tage oder Wochen lahm. Dabei haben es die Einbrecher nicht mehr nur auf Kupfermaterialien abgesehen, sondern stehlen auch die gesamte Wasserinstallationen, Heizungsanlagen und verbaute Elektroinstallationen. Zum Teil werden auch Fenster und Türen entwendet, die bereits verbaut waren. Die zurück gelassenen Schäden verursachen dabei mehr als nur die Kosten für die Beseitigung. Eine Wiederherstellung in den Erbauungszustand kann dann auch komplizierter und somit zeitaufwendig werden.

Bei Beschädigungen, die durch wetterbedingte Ereignisse entstehen, spricht man in der Bauwesenversicherung auch von höherer Gewalt. Der Mensch hat auf diese Ereignisse keinen Einfluss und muss mit den Wetterbedingungen umgehen.

Die Bauwesenversicherung ist ein wichtiger Schutz

Aber es können auch ungewöhnliche Schäden auftauchen, die durch zuvor unbekannte Eigenschaften des Baugrunds hervorgerufen werden. Diesen bezeichnet man dann auch als Bodenmasse. Nicht überall ist der Baugrund gleichmäßig, insbesondere wenn ohne Keller nur auf einer Bodenplatte gebaut wird, kann das zu Problemen führen. Hat auf dem Baugrund schon einmal eine Immobilie gestanden und der Boden wurde nicht ordnungsgemäß verdichtet, können zum Beispiel Spannungsrisse in der Grundplatte oder Mauerwerk entstehen. Auch Wasser kann zu einem Schaden führen, wenn das Grundwasser Teile des Gebäudes beschädigen, kann es zu statischen Beeinträchtigungen kommen. Ist Feuchtigkeit in den Wänden, kann zu Schimmelpilzbefall führen. Hochwasser oder die durch Überflutung verursachte Schäden können auch die Statik beeinträchtigen und Verlust der bisher erfolgten Bauaufwendungen führen. Wenn ein Keller fertiggestellt wurde, kann Wasser so gewaltig werden, dass die bauliche Konstruktion aufschwimmt wie ein Boot. Das kann auch noch geschehen, wenn das Haus bereits fast fertiggestellt wurde und eigentlich eine große Masse auf den Untergrund wirkt. Bei Fertigbauhäusern kommt es eigentlich nicht vor, dass Bauteile lange auf der Baustelle lagern, aber wenn durch wetterbedingte Einflüsse nicht weiter gearbeitet werden kann, müssen die Bauarbeiten unterbrochen werden. Dann sind auch die abgelagerten Bauteile in der Bauwesenversicherung abgesichert.

Wetterbedingte Einflüsse wie Sturm, Hagel, starker Frost im Winter oder starker Regen können zu Beschädigungen führen, die man zu den elementaren Schäden zählt. Diese sind ebenfalls durch die Bauwesenversicherung versichert.

Die Bauwesenversicherung schon vom ersten Tag an

Kommt es zu Schäden durch Konstruktionsmängel, Materialfehler oder Fahrlässigkeit, die mehr oder weniger schwerwiegend ausfallen können. Wird ein Konstruktionsmangel festgestellt, kann zuerst ein Sachverständiger feststellen, ob die Statik gefährdet ist und wie schwer diese sich auf das Bauwerk auswirken. Wäre die Statik so sehr betroffen, dass abgerissen und neu gebaut werden muss, bedeutet das einen Totalverlust. Die Abriss- und Aufräumarbeiten sind ebenso wie die Wiederherstellung in der Bauwesenversicherung enthalten. Stellt man bei der obligatorischen Bauabnahme fehlerhafte Materialien fest, kann das Bauwerk als unsicher eingestuft werden. Dann kann dadurch die ganze Immobilie gefährdet sein, bevor sie überhaupt fertiggestellt wurde. Fehlerhafte Materialien können zum Beispiel eine falsche Betonmischung für die Bodenplatte oder Zwischendecke sein, die nicht die Stabilität ausweist, wie in den Bauvorschriften gefordert wird. Bei Zu- und Ableitungen für die Wasserversorgung können Materialfehler, wie zum Beispiel bei der Wasserleitung oder bei Heizungsrohren winzige Einschlüsse im Metall zu Undichtigkeiten und würden das ganze Bauwerk fluten.

Was zählt alles zu dieser Versicherung?

In der Bauwesenversicherung zählen zu den vorsätzlichen, fahrlässigen oder böswilligen Handlungen, wenn aus Kostengründen beim Baumaterial gespart wird, und so ein Schaden hervorgerufen wird. Um auf dem Markt bei den Kosten konkurrenzfähig zu bleiben, werden in vielen Bereichen beim Material Einsparungen vorgenommen. Die Baustoffe und Materialien sind für den Bau einer Immobilie so abgestimmt, dass eine statische Stabilität gewährleistet werden kann und eine lange Funktionalität aufrecht erhalten bleibt. Werden diese Materialanforderungen unterschritten, kann das die Baustabilität beeinträchtigen oder zu Materialüberbelastungen führen, im schlimmsten Fall muss ein Neubau für Abhilfe schaffen, wenn wesentliche Bauteile versagen.

Man bezeichnet die Bauwesenversicherung auch als Allgefahrenabsicherung, da alles was sich während der Bauphase damit abgesichert wird. Oder besser ausgedrückt, sie ist die Vollkaskoversicherung für den Bauherrn. Natürlich fällt in Deutschland keine Bombe auf das Haus, da wir weit von irgendwelchen Kriegsgebieten leben, aber im Versicherungsdeutsch werden Gefahren durch unbemannte Flugkörper ausgeschlossen.

Die Bauwesenversicherung gilt vom Baubeginn bis zum Abschluss der Bauarbeiten und wird üblicherweise bei Bezug der Immobilie in eine Gebäudeversicherung umgewandelt. Glasbruch kann zusätzlich auch in die Bauwesenversicherung aufgenommen werden, gilt dann aber erst, wenn die Scheiben in die Türen und Fenster eingebaut sind. Werden Türen und Fenster separat angeliefert und gelagert, gilt das nicht für die Scheiben.

Für wen ist die Bauwesenversicherung gedacht?

Eine Bauwesenversicherung hat für einen Bauunternehmer aber eine andere Bedeutung als für einen Bauherrn. Nach dem Grundsatz, wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht dasselbe, ist der Bauunternehmer derjenige, der für einen Kunden eine Immobilie errichtet. Ein Bauherr ist derjenige, der eine Immobilie für die eigenen Interessen errichtet. Der Bauherr ist somit, wenn ein Bauunternehmen eine Immobilie errichtet, der Auftraggeber, der Bauunternehmer ist die beauftragte Firma.

Die wesentlichen Unterschiede sind die Interessen von Bauherr und Bauunternehmen. Während sich die Bauwesenversicherung bei Bauherren auf das Bauvorhaben konzentrieren, ist das Interesse bei Bauunternehmen auch gegenüber Angestellten und Subunternehmen, die an dem Bauvorhaben mitwirken.

Sowohl Bauherr als auch Bauunternehmen schließen eine Bauwesenversicherung ab. Für den Bauunternehmer, der bereits vor der Fertigstellung an den nächsten Auftrag denkt, gelten in erster Linie der Schutz und die Absicherung seiner Firma, seiner Angestellten und Subunternehmer. Bei einem Bauherrn geht es um ein Bauprojekt, oft das eigene Haus für die eigene Nutzung. Ist das Haus erst einmal bezogen, wird der Bauherr größtenteils nie wieder ein zweites oder drittes Haus bauen. Für das Fortbestehen einer Firma ist für den Bauunternehmer diese Absicherung unumgänglich. Bei dem Bau einer Immobilie ist eine Baufirma zwischen 8 Monate bei einem Einfamilienhaus, und mehrere Jahre bei größeren Bauprojekten beschäftigt. Die