23. October 2019

Hypothekenversicherung

In den letzten Jahren mussten insbesondere in den USA einige Hausbesitzer tatenlos mit ansehen, wie die Hypothekenzinsen überhandnahmen und die Raten, die eigentlich gezahlt werden mussten an die Banken, einfach nicht mehr aufzubringen waren. Insbesondere in den Jahren 2007 und 2008 haben sehr viele Menschen in den USA ihr Haus verloren. Und auch die Banken erlitten damals in den USA große Verluste und es führte sogar zu Bankpleiten. Denn dadurch dass die Raten nicht mehr gezahlt wurden und die Häuser verkamen, weil keiner mehr darin wohnte und diese auch sonst keiner sich mehr leisten konnte, kam es zum sogenannten Immobilien-Crash. Dabei ist die Hypothekenversicherung schon seit längerer Zeit in den USA ein fester Bestandteil der Absicherung der Banken. Doch wenn keiner die Häuser haben möchte, die in den USA damals auch zu Massen zur Wahl standen mit einem Mal, rettet auch die Hypothekenversicherung die Bank nicht mehr.

Dabei handelt es sich bei der Hypothekenversicherung im Moment noch um eine Art der Versicherung, die noch recht neu ist und nur von wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten wird. Dabei kann bisher alternativ die Ratenschutzversicherung abgeschlossen, die vielen auch als Restschuldversicherung geläufig ist. Grundsätzlich soll eine derartige Versicherung den Kauf von einer Immobilie dahingehend absichern, wenn der Kreditnehmer die Raten nicht mehr zurückzahlen kann. Doch auch wenn die Hypothekenversicherung eigentlich für die Absicherung der Bankkredite gedacht ist, kann auch der Kreditnehmer von dieser Versicherung profitieren. Denn durch die zusätzliche Absicherung sind die meisten Banken bereit Eigenanteil des Kreditnehmers an der Hypothek zu senken oder diesem ganz zu erlassen. Denn in der Regel beträgt der zu leistende Eigenkapitalanteil, wenn eine Hypothek beantragt wird, ca. 20 Prozent des Kaufpreises. Für die meisten Verbraucher wären solche Summen eine sehr große Belastung. Ist die Kreditsumme aber durch eine derartige Versicherung gestützt, hat die Bank in der Regel keinen Verlust zu befürchten.

Leistungen der Versicherung

Wenn die Hypothekenversicherung in Anspruch genommen werden muss, ist es in der Regel bereits zu Zahlungsausfällen im Bereich der Immobilienfinanzierung gekommen und hat der Bank bereits geschadet. Im Fall der Zahlungsunfähigkeit wird in der Regel bereits ein Teil der Darlehenssumme getilgt sein. Dabei übernimmt die Versicherung in einem Schadensfall aber auch nur die den Differenzbetrag, den die Bank durch die Versteigerung der Immobilien nicht einbringen kann. Das heißt auch in diesem Fall kann der Käufer der Immobilie / Kreditnehmer das Haus nicht behalten. Wissenswert ist dabei, dass das versicherte Kapital jährlich in Abhängigkeit der bereits geleisteten Tilgung sinkt.

Die Hypothekenversicherung ist aber auch für den Versicherten erst einmal vorteilhaft. Denn bevor diese Versicherung den Teilbetrag zahlt, den die Bank durch Versteigerung der Immobilie nicht erhalten kann mehr, leistet diese erst einmal für einen gewissen Zeitraum auch direkt an den Kreditnehmer Leistungen. Denn eine Hypothekenversicherung tritt dann ein, wenn der Kreditnehmer und damit der Bankkunde wegen Arbeitslosigkeit eine Einkommenseinbuße erleidet. Dann bezahlt nämlich die Versicherung den Hypothekarzins nach einer Wartefrist von 3 Monaten für eine Dauer von maximal 12 Monate erst einmal weiter. Auf diese Weise kann der Versicherte seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Bank auch weiterhin nachkommen. Der Kreditnehmer erhält auf diese Weise einen gewissen Spielraum, um seine Lebensumstände wieder zu ändern, sich Arbeit zu suchen und sein Leben neu zu ordnen mit den neuen Lebensumständen. Für den Fall des Todes wird zudem durch diese Versicherung auch dafür gesorgt, dass finanzielle Engpässe entstehen. Die Versicherung wird daher immer auf den Hauptverdienenden abgeschlossen, da dessen Tod die Familie in den meisten Fällen am härtesten trifft. In diesem Fall kann die Hypothekenversicherung mit einer Lebensversicherung verglichen werden. Denn in diesem Fall wird die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt, und zwar in der Höhe, in der die Bank noch den Kredit zurückzuerhalten hat. Auf diese Weise können die Hinterbliebenen das Haus behalten.

Gestaltung der Prämie

Die Prämie für die Hypothekenversicherung hängt von gleich mehreren Faktoren ab. Insbesondere vom Standort des Ortes der Immobilie und auch von der Bonität des Kreditnehmers. Entscheidend sind hierbei die Risikoeinschätzungen, die bereits die Bank zum Einsatz gebracht hat, als sie über die Kreditvergabe entschied. Dabei hängt die Höhe der Prämie auch davon ab, ob der Kreditnehmer verheiratet ist und / oder Kinder hat. Entscheidend ist auch, ob der Kredit zu zweit aufgenommen wird, oder ob es sich nur um einen einzelnen Kreditnehmer handelt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Falle des Ablebens einer der beiden Darlehensnehmer nur die Schuld von diesem Darlehensnehmer getilgt wird und der Überlebende den Anteil am Darlehen weiterhin zu tilgen hat. Im Bezug auf die Prämienzahlung bestehen zwei Möglichkeiten. Und zwar kann die Prämie auf einmal gezahlt werden, oder als mehrjährige jährliche Prämie. Für den Fall, dass die Prämie einmalig gezahlt wurde, ist diese in der Regel im Betrag inbegriffen und kann steuerlich abgezogen werden, was natürlich vorteilhaft ist. Die Höhe der Versicherungsprämie und auch die Höhe der Versicherungssumme hängt im Wesentlichen davon ab, wie hoch der aufgenommene Kreditbetrag ist und wie alt der Versicherte ist.