15. December 2019

Traktorversicherung

In Deutschland gibt es zwar immer weniger landwirtschaftlich Betriebe, doch sehr viele Traktoren (auch Trekker genannt). Die Landwirte müssen dabei schon seit vielen Jahren eisern sparen, was dazu führt, dass auch bei Versicherungen und damit bei der Sicherheit bzw. Absicherung des landwirtschaftlichen Betriebes gespart wird. Denn auch wenn die Traktoren eigentlich von einfacher Bauweise sind, sie sind letztlich recht teuer und kein Landwirt kann sich erlauben von den Ausgaben her, dass er sich nach einem Schaden immer wieder einen neuen Traktor kauft. Selbst notwendige Reparaturen wegen des Alters des Fahrzeugs werden häufig längere Zeit hinausgeschoben, weil es einfach von den Einnahmen her in vielen Monaten des Jahres nicht so gut läuft. Insbesondere Landwirte, die nur einmal jährlich Ernte einfahren und dies auch noch hauptberuflich machen, haben in den meisten Monaten des Jahres keine Einnahmen bzw. nur geringe, vielleicht aus Verkäufen im Hofladen oder eines Tieres zum Schlachten oder für die Zucht. Die meist doch finanzielle Notlage der Landwirte trotz Subventionen macht sich bei diesen im alltäglichen Leben bemerkbar. Die Versicherungsbranche weiß natürlich auch um diesen Umstand und bietet eine Traktor-bzw. Trekkerversicherung dann doch noch recht günstig an. Dabei gibt es in Deutschland auch jede Menge privater Traktoren-Fans, die für ihre ganz privaten Zwecke und einfach nur so zum Spaß gerne mal mit dem Traktor herumfahren. Dies gilt insbesondere auf dem Land, wo man dann doch schon auch wenn kein landwirtschaftlicher Betrieb in der Nähe ist, auf diese Spaß-Trekker-Fahrer stößt. Doch egal ob nun privat nur zum Spaß oder eben beruflich – versichert werden muss der Traktor.

Versicherung für Nutzung für private Zwecke

Dabei gibt es, wenn der Traktor nur als Spaß-Fahrzeug genutzt wird, verschiedene Möglichkeiten der Versicherung. Wenn der Traktor zum Beispiel mehr als 30 Jahre alt ist, kann er mit einem H-Kennzeichen ausgestattet werden. Voraussetzung hierbei ist, dass an dem Traktor möglichst keine Veränderungen vorgenommen wurden. Das heißt der Traktor sollte sich weitgehend noch im Originalzustand befinden. Der Vorteil von einem H-Kennzeichen für den Traktor liegt darin, dass dieser in eine sehr günstige Versicherungsklasse eingestuft werden kann. Dabei ist allerdings Voraussetzung, dass der Traktor auch wirklich nicht für gewerbliche Zwecke oder die Fahrt zur Arbeit genutzt wird. Außerdem darf der Traktor nur eine gewisse Anzahl von Kilometern pro Jahr gefahren werden. Ansonsten erlischt dieser günstige Versicherungsschutz. Ein Nachteil von Traktoren mit einem H-Kennzeichen ist die Steuer. Diese beträgt nämlich im Schnitt 200 Euro. Günstiger fällt diese aus, wenn der Traktor mit einem schwarzen Versicherungskennzeichen bestückt worden ist. Dann darf der Traktor sogar auch für kleine Arbeitseinsätze genutzt werden, wie zum Beispiel Arbeitsfahrten, um im Wald einige Raummeter Brennholz zu holen. Der Abschluss einer Oldtimerversicherung ist ebenfalls möglich und natürlich die ganz normale Versicherung mit einer Traktorversicherung. Im letzteren Fall ist dann die Nutzung des Traktors uneingeschränkt möglich.

Versicherung für Nutzung für die Landwirtschaft

Landwirte indes können einen ganz normalen Rahmenvertrag für eine KFZ Versicherung abschließen. Diese verfügt natürlich auch über eine Haftpflichtversicherung, die es dann auch möglich macht öffentliche Straßen zu benutzen. Ausgenommen sind hierbei Autobahnen, die von einem Fahrzeug, das keine 60 km/h bringt, nicht genutzt werden darf. Ansonsten enthält die Haftpflichtversicherung für einen Traktor alle Leistungen, wie auch bei einem PKW oder LKW. Das heißt versichert sind über diese sämtliche Personen- und Sachschäden bis zur gesetzlichen Höhe und auch Vermögensschäden. Denn auch wenn ein Traktor recht langsam fährt, kann er einen hohen Schaden verursache in Wald, Flur und natürlich auch auf der Straße oder beim Einfahren in einen Hof von einem Bekannte. Ein typischer Haftpflichtschaden bei einem Traktor ergibt sich zum Beispiel daraus, wenn der Fahrer die Hofeinfahrt nicht richtig sieht oder nicht in einem entsprechend großen Bogen nimmt, so dass er sehr schnell vielleicht das Gatter oder gar die Mauer beschädigt oder umreißt. Die Kosten hierfür können sehr hoch sein. Und die Geschädigten sind in der Regel nicht so nachsichtig, dass sie den Schaden selbst tragen.

Kaskoversicherung ratsam

Eine Kaskoversicherung ist für einen Traktor natürlich auch ratsam. Insbesondere sollte eine Teilkasko als Minimalschutz abgeschlossen worden sein. Diese deckt die Schäden, die durch Sturm oder Hagel oder Überschwemmung am Traktor entstehen können. Und dass es dazu kommt ist gar nicht so ungewöhnlich. Insbesondere bei den schweren Sommergewittern ist es so, dass ein Landwirt es meist nicht mehr hinbekommt neben sich selbst und seinem Vieh auch noch den Traktor in Sicherheit zu bringen. Die Schäden an einem Traktor durch Hagel können dabei auch sehr groß sein. Zudem ist der Traktor über diese Versicherung dann auch gegen Diebstahl geschützt bzw. es wird Ersatz geleistet, wenn der Traktor gestohlen wird. Besser ist natürlich noch eine Vollkaskoversicherung. Diese versichert den Landwirt auch gegen Schäden, die er selbst verursacht oder dieser mutwillig durch einen unbekannten Dritten durch Vandalismus verursacht wurde.

Insassen sind im Rahmen einer Traktorversicherung ebenfalls versichert. Und zwar über die Insassenunfallversicherung nach dem Pauschalsystem oder nach dem Prinzip, dass für eine bestimmte Anzahl von Personen und Plätzen ein Versicherungsschutz besteht.