15. December 2018

Golfversicherung

Golf ist eine Sportart, die nicht mehr nur von alten, reichen und verwöhnten Menschen gespielt wird. Golf ist ein Sport für die ganze Familie geworden, das zeigen auch die Zahlen der immer steigenden Golfplätze in Deutschland. Es sind keine rasanten Entwicklungen, aber stetig kommen jedes Jahr zwischen 4 und 6 neue Plätze hinzu. Seit 1990 ist die Anzahl der Golfspieler von 142.000 auf 370.000 im Jahr 2000, auf 640.000 im Jahr 2014 gestiegen. Eine Golfversicherung ist unter diesen Umständen schon angebracht. Golf zählt zu den am schnellsten wachsenden Sportarten in Deutschland obwohl die Zuwachsraten stetig sinken. Die Golfversicherung ist eine für den Golfsport spezifizierte Haftpflichtversicherung. Die Leistungsansprüche aus der Golfversicherung decken dabei alle Risiken und Gefahren aus den Besonderheiten des Golfsports ab. Insbesondere für Anfänger im Golfsport gehören verirrte abgeschlagene Bälle zur Tagesordnung. Es geht so nicht nur Sportequipment verloren, sondern richten auch unter Umständen Schäden an Personen oder Sachwerten Dritter an, was ein Fall für die Golfversicherung ist. Der Golfball ist ein etwa 46 Gramm schwerer, mit kleinen Dellen versehener Hartgummihohlkörper. Dieser wird je nach Anforderung bei einer Geschwindigkeit von 60 – 80 Meter/Sek. bis zu 600 Meter weit geschlagen. Zwar erreichen die meisten Bälle bei Anfängern und leicht fortgeschrittenen Spielern diese Geschwindigkeiten und Weiten nicht, dafür sind die Fehlschläge und unbeabsichtigten Flugbahnen der Bälle zahlreicher. Auf einem ausgedehnten Golfplatz ist das sicher kein Problem, doch in Deutschland sind die Golfplätze oft von bewohnten Gebieten umrandet und nicht sehr weitläufig, als das ein Ball nicht selten das Gelände das Golfplatzes verlässt.

Wo ist die Gefahr beim Golfen?

Bei einem Golfplatz mit angrenzender, vielbefahrenen Bundesstraße, kommt es nicht nur zu Beschädigungen an Fahrzeugen, die vorbei fahren. Auch auf der Straße oder am Straßenrand liegende Golfbälle werden schnell zu einer Gefahr für Motorräder und Radfahrer. Die Flächen auf einem Golfplatz werden effektiv genutzt und auch Randgebiete mit für das Spiel einbezogen.

Auch die Schläger beim Golfen sind eine Gefahr, wenn der Golfspieler nicht achtsam damit umgeht. Zwar sind auf dem Golfplatz die Regeln der Etikette zu wahren und bei wiederholten Verstößen eine Disqualifizierung bis hin zum Platzverbot führen kann, doch halten sich verirrte Bälle oder aus der Hand geglittene Golfschläger nicht an solche geschriebenen und ungeschriebenen Verhaltensregeln. Wird ein anderer Spieler durch einen Ball oder Schläger verletzt, kann das hohe Schadensforderungen nach sich ziehen.

Besonders bei Golfplätzen mit beengten Flächen kommt es zu Personenschäden, wenn Mitspieler über eine mäßige Erfahrung verfügen und sich mit vielen anderen Personen den Platz teilen müssen.

Wer benötigt eine Golfversicherung?

Was kann eine Golfversicherung, was eine private Haftpflicht nicht auch kann?

Bei der Golfversicherung handelt es sich um eine abgeänderte Form der Haftpflichtversicherung, die Leistungen speziell für den Golfsport angepasst haben. So sind Schäden durch verirrte Golfbälle wohl der meistgenannte Grund, für eine Golfversicherung. Dann werden Schäden, die durch den Golfball verursacht werden, abgesichert, unabhängig von den vom Golfplatzbetreiber geltenden, gesetzlich vorgeschriebenen Haftungspflichten. Die greifen erst, wenn ein Schaden zum Beispiel durch einen verirrten Golfball entsteht, der nicht zugeordnet werden kann.

Die beliebten Golfcarts sind zwar nicht auf jedem Golfplatz vorzufinden, dennoch sind Schäden, die durch einen versicherten Spieler verursacht werden, mit der Golfversicherung abgedeckt. Gleiches gilt für Mietsachschäden, die bei Benutzung oder unsachgemäße Handhabung von elektrisch angetriebenen Handwagen entstehen.

Aber auch abseits der Golfbahnen kann es zu Missgeschicken kommen. Etwa wenn ein Spieler den Schlüssel oder eine Schlüsselcodekarte für zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten oder Schrankabteile verliert. Diese werden normalerweise nur mit einer hinterlegten Kaution ausgegeben. Wer sich für den Abschluss einer Golfversicherung entscheidet, ist auch in seinem Sport im Ausland abgesichert. Die Golfversicherung gilt auch auf Golfreisen im Ausland.

Im Ausland versichert mit der Golfversicherung

Für Sachschäden, die durch Beschädigung oder Verlust bei der Golfer-Ausstattung entstehen, wird durch die Golfversicherung gehaftet. Bedenkt man die Investitionen, die man für einen Satz Golfschläger tätigt, ist das schon ganz erheblich. Bis zu 20 verschiedene Schläger, wobei 12 verschiedene Schläger zu der normalen Ausstattung gehören. Alleine ein Schläger kostet bis zu 400 Euro, der Cartbag kostet in etwa 250 Euro. Damit man Schläger und Cartbag nicht immer tragen muss, kann man für 200 – 250 Euro einen Trolley kaufen. Golfbälle kosten zwischen 10 und 50 Euro für ein Dutzend. Golfbälle gehen dann auch oft verloren, teils weil sie in einem Wasserhindernis untergehen. Bei einem Golfplatz findet man jede Woche bis zu 300 Golfbälle, die abseits der Bahnen liegen oder aus den Wassergräben geholt werden müssen.

Seine Ausrüstung zu beschädigen oder der Verlust durch Diebstahl wäre ein sehr hoher finanzieller Aufwand, der man nicht so einfach verkraftet. Neben der Sportausrüstung wie Schläger, Bälle und Zubehör, ist auch die Sportbekleidung versichert. Die Golfversicherung ist in einigen Fällen schon bereits für einen Euro zubekommen, eine Versicherungssumme von 1.100 Euro bis 1.300 Euro inbegriffen. Die Haftpflicht trägt Leistungsansprüche bis 175.000 Euro und übernimmt auch anteilig die Kosten bei einem Schlägerbruch bis 170 Euro bis 200 Euro. Kuriosität der Golfversicherung ist das Hole in One Leistungsangebot in Höhe von bis zu 380 Euro, sollte der Versicherte bei einem Hole in One für die Gastronomie im Golfplatz aufkommen müssen. Es ist wohl eine wichtige Tradition im Golfsport, bei einem Hole in One für die Gäste eine Runde auf seine Kosten zu übernehmen.

Risiko richtig einschätzen

Golf ist ein Leistungssport, auch wenn man das nicht immer sieht. Die Mischung aus Präzision, Auffassung und Beobachtung, ist für einen gekonnten Abschlag notwendig. Wenn man in dem Augenblick abgelenkt oder nicht bei der Sache ist, kann ein Ball nicht nur ein paar Meter aus der Bahn fliegen. Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag und Trifft nicht jeden Ball richtig oder beschädigt seinen Schläger.

Generell ist man über den Golfplatz in der Haftpflicht versichert. Dennoch wird dazu geraten, eigens eine Absicherung für sich zu treffen, denn nicht alle Bereiche des Sports und der Risiken sind über den Golfplatzbetreiber abgedeckt. Und auch wenn der größte Teil der Ausrüstung über die Hausratversicherung abgedeckt ist, sollte man bei Unklarheiten, ob die Höhe der Hausratversicherung für eine weitere Absicherung seiner Golfausrüstung und Utensilien auch ausreichend ist. Wie bei allen Versicherungen gilt, bei einer Unterversicherung der Sachwerte kommt die Versicherung nicht für alle Schäden auf. Eine lange Auseinandersetzung über Kosten und Kostenübernahme mit dem Versicherer kann man sich somit schon im Vorfeld ersparen.