15. December 2018

Gebäudeversicherung

In Deutschland eine Gebäudeversicherung abzuschließen, war vor Jahren noch eine Pflicht für jeden Immobilienbesitzer. Diese Pflichtversicherung in der Form, weil in der Gebäudeversicherung die Feuerversicherung enthalten war, besteht aber nicht mehr.Aber auch wenn die Pflicht zu einer Gebäudeversicherung nicht mehr besteht, sollte eine Immobilie nicht ohne einen Absicherung bleiben, da diese immer einen sehr hohen Wert darstellt. Eine Beschädigung oder der Verlust einer Immobilie wäre ansonsten gesehen der finanzielle Ruin.

Den Lebenstraum absichern

Eine eigene Immobilie ist für viele der Traum und ein Lebensziel, auf das über viele Jahre hinweg hingearbeitet und viel Kapital investiert wird. Auch wenn man durch Eigenleistung viel Geld sparen kann, ändert das aber nichts am realen Wert der Immobilie. Die Gebäudeversicherung schafft diesen Wert auf lange Sicht in eine abgesicherte Form, denn der Wert einer Immobilie spiegelt nicht den Aufwand wider, der dazu nötig wird oder wurde, diese Immobilie zu kaufen oder zu bauen. Nur wenigen ist es vergönnt, eine Immobilie ohne eine entsprechende Finanzierung zu bezahlen. Selbst wenn man die Immobilie vom ersten Spatenstich bis zum letzten Nagel in der Wand, um ein Bild aufzuhängen, baut, braucht man einen großen Kapitaleinsatz.

Konnte man vor Jahren noch ein Haus für unter 100.000 Euro errichten, kosten heute selbst kleine Parzellen schon diese Summe. Ein Haus inklusive des Grundstücks stellt oft einen Wert von annähernd 200.000 Euro bis zu mehreren hunderttausend Euro dar.

Eine Gebäudeversicherung schützt vor finanzielle Risiken, die durch Sturm, Hagel, Feuer, Leitungswasser oder Blitzeinschlag entstehen können. Auch Schadensszenarien wie Explosionen, Implosionen, Rohrbruch, Frostschäden an Versorgungsleitungen, Aufprall von Fahrzeugen oder Aufprall bemannter Flugzeuge sind in den Versicherungsbedingungen aufgeführt. Zu den aufgeführten Leistungen der Gebäudeversicherung zählen aber auch Kosten für Abbruch- und Aufräumarbeiten, sollte dieses notwendig sein, zum Beispiel wenn ein Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall in ein Haus geschleudert wird und so schwer beschädigt, dass es für unbewohnbar erklärt wird. Eine Sanierung oder Reparatur wäre dann ausgeschlossen und das Haus müsste abgerissen und neu aufgebaut werden. In dem Fall würde auch eine Erstattung der Miete für eine Übergangszeit von 12 Monaten gewährt.

Was ist zu beachten?

Wie eine Gebäudeversicherung gestaltet werden sollte, ergibt sich aus der Region, in der man wohnt. Vom Verband der Versicherungswirtschaft gibt es eine Risikoeinschätzung für alle Regionen in Deutschland, die zum Beispiel die Beeinflussung durch das Wetter in Form von Stürmen, deren Häufigkeit und Stärke der Stürme festhält. Andere, elementare Risiken werden auch nach Region und in einer Gefahrenklasse eingestuft und in der Gebäudeversicherung berücksichtigt. Lebt man in Küstennähe, sind die Sturmgeschwindigkeiten meist höher als im Binnenland oder in gebirgigen Teilen Deutschlands.

Ist die Immobilie in einer Region errichtet worden, in der andere elementare Risiken höher eingestuft werden, kann man sich darüber bei dem Verband der Versicherungswirtschaft informieren. Berücksichtigt man die Gefahrenklassen durch elementare Risiken und andere Risiken, lässt sich die Gebäudeversicherung durch zusätzliche Klauseln erweitern. In etwa durch eine Zusatzklausel für Hochwasserschutz, Starkregen, Beschädigung durch Einbruch, grobe Fahrlässigkeit, Überspannungsschutz durch Blitzeinschlag oder Überflutung durch Rückstau.

Welchen Wert hat mein Haus?

Welche Risiken abgedeckt werden müssen oder welche Vorkehrungen getroffen werden können, um Risiken zu minimieren, ergibt sich aus den regionalen und örtlichen Gegebenheiten. Weiß man zum Beispiel von öfter vorkommenden überfluteten Straßen in der Nachbarschaft, kann man eine Rückflussklappe in das Abwassersystem einbauen. Liegt die Immobilie höher gelegen oder überragt viele andere Gebäude, empfiehlt sich eine Blitzschutzinstallation. Um seinen Besitz zu schützen, kann man sich bei der Polizei über einbruchhemmende Vorkehrungen an Fester und Türen informieren. Viele, vorkehrende Maßnahmen können so das Risiko nicht nur in Hinblick auf die Gebäudeversicherung minimieren, sondern verschaffen einem auch ein sicheres Gefühl für sich und seine Familie, in einem sicheren Lebensraum zu wohnen.

Bei der Gebäudeversicherung ist das Inventar nicht enthalten. Auch sollten an das Gebäude angebaute Räume, Zimmer oder Ausbauten in der Gebäudeversicherung ausdrücklich angegeben sein. So würde ein Ausbau des Kellers oder des Dachgeschosses und der Bedachung durch eine Gaube für zusätzlichen Wohnraum sorgen, was auch zu einer anderen Bewertung der Immobilie führen würde. Der Wert der Immobilie steigt durch diese Ausbauten. Generell sollte man Um- oder Ausbauten bei der Gebäudeversicherung angeben, die eine Wertveränderung nach sich ziehen. So wäre auch ein Anbau eines Wintergartens eine Veränderung des bewohnten Raumes. Die Modernisierung der Heizungsanlage und Verlegung einer Fußbodenheizung, eine Installation einer Kollektoranlage zur Heizungsunterstützung oder eine Solaranlage zur Stromgewinnung hätten eine Veränderung des Gebäudewertes zur Folge. Dabei ist der Wert oder die Wertsteigerung für die Gebäudeversicherung nicht wichtig, sondern die Versicherungssumme orientiert sich am Wert der Immobilie.

Die Gebäudeversicherung ist eine wichtige Vorsorge, wenn man eine Immobilie besitzt. Um eine Immobilie richtig abzusichern, muss man aber auch den Wert der Immobilie kennen. Man kann in dem Aufnahmeformular der Gebäudeversicherung alle Fragen richtig beantwortet haben, dennoch aber unterversichert sein, weil eine Gebäudeversicherung den allgemein üblichen Verkehrswert berücksichtigt. Auch der Kaufpreis oder die Kosten für die Errichtung einer Immobilie sind kein Richtwert zur Festlegung des Wertes einer Immobilie, und somit auch kein Anhaltspunkt für die Festlegung einer Versicherungssumme. Nur eine Bewertung durch einen Gutachter kann den richtigen Wert feststellen und ist für eine Gebäudeversicherung wirklich verwendbar. Sollte eine Beschädigung oder Zerstörung von Teilen des Gebäudes eintreten, sind es auch Gutachter, die den Schaden bewerten und eine Schadenssumme beziffern können.

Angebote vergleichen

Was man bei der Gebäudeversicherung beachten muss, wenn man verschiedene Angebote vergleicht, sind die Bewertungen der Versicherungsanbieter. Die in vielen Foren im Internet zu findenden Erfahrungsberichte von anderen Immobilienbesitzern sind nur subjektiv und nicht immer repräsentativ. Anders ist es mit Bewertungen von Verbraucherverbänden, Warentest Instituten und auch der TÜV gibt hilfreiche Informationen weiter. Man kann dort Informationen nicht nur über Versicherungsgesellschaften finden, sondern auch objektive Berichte über Besonderheiten von Tarifen, nützliche und überflüssige Serviceleistungen und den Zugang zu direkten Ansprechpartnern vor Ort. Neben den Informationen über die Versicherungsgesellschaften sollte man aber auch über die Besonderheiten der Region kennen, in der man seine Immobilie errichten oder kaufen möchte. Wie sind die einzelnen Gefahrenklassen einzuordnen, wie ist gerade an dem Standort meiner Wahl die Umgebung beschaffen. Liegt der Standort hoch oder tief, auf dem meine Immobilie steht oder stehen soll. Wie ist die Anbindung an die Ver- und Entsorgung, gibt es vielleicht einen Sanierungsstau in der Ortschaft.

Man kann einiges vorbereiten, bevor man sich für eine Immobilie entscheidet. Die Gebäudeversicherung rundet diese Entscheidung ab.