23. October 2019

Kinderunfallversicherung

Die Kinderunfallversicherung ist unter den Unfallversicherungen wohl eine der heikelsten, geht es dabei doch ein Stück weit um den Schutz der kleinen Personen, die den Versicherungsnehmern mit am meisten am Herz liegen. Niemand möchte sich vorstellen, dass sein Kind einen Unfall erleidet und deshalb eine Invalidität davonträgt. Und niemand möchte daran denken, was Insektenstiche, Zeckenbisse oder allergische Reaktionen anrichten können. Aber gerade bei den eigenen Kindern kommen viele Eltern zu dem Schluss, dass es wichtig sein kann, eine solche Versicherung abzuschließen. Allein schon, um sicher zu sein, dass das Kind auch in dem Fall, dass wirklich einmal ein solcher Unfall eintritt abgesichert ist. Denn auch die Eltern werden nicht ewig leben. Und wenn der Tag kommt, an dem ein Kind mit 50, 70 oder gar 100 % Invalidität auf sich allein gestellt ist, weil die Eltern einmal nicht mehr sind, spätestens dann wird klar, warum eine Absicherung in diesem Bereich enorm wichtig sein kann.

Was beinhaltet die Kinderunfallversicherung?

Die klassische Kinderunfallversicherung ist in den Leistungen großzügiger bemessen, als die Unfallversicherung für Erwachsene. Ähnlich wie bei der Version für Erwachsene sichert die Kinderunfallversicherung das Risiko einer Invalidität durch einen Unfall ab. Darüber hinaus sind hier in der Regel grundsätzlich, und nicht nur wie bei den normalen Unfallversicherungen in den teureren Tarifen, Insekten- oder Zeckenbisse, allergische Reaktionen und Vergiftungen mit abgedeckt. Oftmals auch enthalten ist ein Krankenhaustagegeld, wenn der Krankenhausaufenthalt des Kindes aufgrund eines Unfalls erfolgt. Das ermöglicht es Eltern, deren Übernachtung im Krankenhaus nicht mehr von der Krankenkasse finanziert wird, bei ihren Kindern zu bleiben, ohne allzu hohe Zusatzkosten zu haben.

Wann kann man eine Kinderunfallversicherung abschließen?

Die Kinderunfallversicherung ist eine Unterform der klassischen Unfallversicherung und kann in der Regel für Kinder bis zum 16. Lebensjahr abgeschlossen werden. Die Versicherung läuft unter den Bedingungen einer Kinderunfallversicherung (bessere Leistungen bei geringerem Beitragssatz) bis zur Volljährigkeit des Kindes. Dann wird der Vertrag entsprechend in eine normale Unfallversicherung umgewandelt. Hier hat man jetzt bei den meisten Versicherern die Wahl, ob man dann auch die Beiträge anpassen möchte oder lieber die Leistungen. Je nachdem, wofür man sich entscheidet setzt der Versicherer die Beiträge in die Höhe oder teilt einen neuen, dann wahrscheinlich deutlich reduzierten, Leistungskatalog mit. Bei dieser Entscheidung sollte man allerdings beachten, dass die klassische Unfallversicherung von den Leistungen her ohnehin schon schwächer aufgestellt ist, als die Kinderunfallversicherung. Wenn man eine normale Unfallversicherung zum Kostenpunkt einer Kinderunfallversicherung weiterführen möchte, werden die durch die Versicherung gewährten Leistungen erheblich zusammenschrumpfen.

Was macht die Kinderunfallversicherung so besonders?

Hier gibt es verschiedene Aspekte, die angeführt werden können. Die meisten Versicherer bieten beispielsweise eine Klausel, nach der die Kosten für die Versicherung, sollte der Versicherungsnehmer vor dem 18. Geburtstag des versicherten Kindes sterben, vom Versicherer selbst getragen werden. Das bedeutet, wenn ein Kind mit 12 Jahren das Elternteil, dass die Versicherung abgeschlossen hat, verliert, erlischt dadurch nicht der Versicherungsschutz und die Beiträge müssen auch nicht von dem hinterbliebenen Elternteil getragen werden. Der Versicherungsschutz bleibt zu 100% bestehen, nur die Kosten entfallen komplett.

In der Kinderunfallversicherung ist inzwischen sogar so, dass auch Unfälle übernommen werden, die ein minderjähriges Kind verursacht hat, während es ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren ist. Und auch die Kosten, die durch die Folgen einer Alkoholvergiftung entstehen können, werden bei Kindern ab 14 Jahren von verschiedenen Versicherern inzwischen abgedeckt. Somit geht die Kinderunfallversicherung weit über den gewöhnlichen Unfallschutz einer privaten Versicherung hinaus: Sie schützt die versicherte Person auch in Situationen, in denen diese gegen geltendes Recht verstößt. Bei den meisten anderen Versicherungsarten ist dieser Punkt ein klares Ausschlusskriterium.

Wer sollte eine Kinderunfallversicherung abschließen?

Die Kinderunfallversicherung ist im Prinzip ein Baustein in der Absicherung des Kindes. Dabei geht es zwar erst einmal um eine Absicherung für den Fall, dass jetzt etwas passiert und das daraus Kosten erwachsen. Aber die Kinderunfallversicherung ist darüber hinaus auch eine Art Langzeitschutz. Denn grade wenn es wirklich zu einer Invalidität kommt, wird das Kind ein Leben lang damit zu kämpfen haben. Ein Kampf, der durch die Leistungen einer Kinderunfallversicherung mit Sicherheit vereinfacht wird. Letztlich lohnt sich die Kinderunfallversicherung für jede Familie mit Kindern. Ob nun die Großeltern sie für ihre Enkel abschließen oder die Eltern selbst ist dann letztlich zweitrangig, wichtig ist nur, dass man sich vorher über die unterschiedlichen Tarife und Möglichkeiten auf diesem Gebiet entsprechend informiert.

Besondere Möglichkeit der Kinderunfallversicherung – Versicherungsschutz und Sparschwein in einem

 

Verschiedene Versicherungen, wie beispielsweise die Allianz, bieten eine Kinderunfallversicherung mit einer Beitragserstattung bei Erreichen des 18. Lebensjahres an. Dabei ist es egal, ob in der Zwischenzeit ein Versicherungsfall eingetreten ist oder nicht. Mit Erreichen des 18. Lebensjahres werden die eingezahlten Beiträge zusammen mit einer Überschussbeteiligung abzüglich der im Laufe der Jahre angefallenen Versicherungssteuern erstattet. So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: In der Zeit bis zur Volljährigkeit sind die Kinder über eine Kinderunfallversicherung geschützt. Und mit dem 18. Geburtstag erhält das Kind ein solides Startkapital für das weitere Leben.