5. December 2019

Risikolebensversicherung

Es gibt viele verschiedenen Sorten der Lebensversicherung. Eine besondere Untersorte ist die sogenannte Risikolebensversicherung. Sie dient in erster Linie dazu, für den Todesfall des Versicherten vorzusorgen und Hinterbliebene zu versorgen. Dabei kann die Risikolebensversicherung in verschiedenen Arten und Formen abgeschlossen werden. Aber erst einmal der Reihe nach.

Die Risikolebensversicherung – was ist das überhaupt

Die Risikolebensversicherung ist eine Vorsorgeversicherung, mit der man für den Todesfall des Versicherten Vorsorge trifft. Die Hinterbliebenen oder diejenigen, die als Begünstigte in der Versicherung eingetragen werden, erhalten im Todesfall des Versicherten die vereinbarte Versicherungssumme. Für diesen Schutz muss der Versicherte eine monatliche Versicherungsgebühr einzahlen. Diese Form der Lebensversicherung macht vor allem dann Sinn, wenn man eine Familie hat, die man nicht unversorgt zurücklassen möchte, sollte es wirklich einmal zu einem unerwarteten Todesfall kommen. Leider kann genau das schneller passieren, als jedem lieb ist. Ein schrecklicher Autounfall, eine Verkettung unglücklicher Umstände oder einfach nur eine plötzliche Erkrankung, die kein gutes Ende nimmt. Und so ist die Notsituation für die Familie schneller eingetreten, als man gemeint hätte. Natürlich ist der Tod, vor allem der eigene oder der eines geliebten Angehörigen wie des Ehemannes, der Ehefrau oder der Eltern ein Thema, mit dem man sich nicht gern beschäftigt. Doch wer nicht frühzeitig vorsorgt und sicherstellt, dass auch im schlimmsten Fall die Angelegenheiten geregelt sind, wird möglicherweise nicht nur eine trauernde Familie, sondern auch den finanziellen Ruin für seine Angehörigen hinterlassen.

Die Risikolebensversicherung – was kann dieses Versicherungskonstrukt eigentlich?

Die Risikolebensversicherung ist eine Unterart der Lebensversicherung, die, anders als beispielsweise die kapitalbildende Lebensversicherung, nicht das Ziel hat, Kapital anzusparen, dass dann zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt wird, sondern einzig und allein darauf abzielt, im Todesfall eine gewisse Versicherungssumme zu erhalten, die den im Versicherungsvertrag als Begünstigten eingetragenen zugutekommt. Der große Vorteil dieser Versicherung ist, dass die Versicherungssumme in der Regel wesentlich höher ist, als die Gesamtsumme, die über die Laufzeit der Versicherung eingezahlt wurde. Dieses Versicherungskonstrukt funktioniert natürlich nur, weil ein großer Anteil der Menschen, die eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben, das Ende der Laufzeit erleben und so die Beiträge, die sie entrichtet haben im Versicherungstopf verbleiben, ohne dass der Versicherungsfall eingetreten ist.

Die Risikolebensversicherung – wann ist sie besonders wichtig?

Eine Risikolebensversicherung ist dann besonders wichtig, wenn eine Familie relativ hohe Schuldbelastungen tragen muss und der zu Versichernde de Hauptverdiener ist. Eine vierköpfige Familie mit dem Vater als Hauptverdiener beispielsweise, die sich vor drei Jahren ein Haus gekauft hat. Der Vater stirbt bei einem Verkehrsunfall. Die Belastungen auf dem Haus laufen weiter. Dazu kommen Kosten für die Beerdigung. So stehen der Witwe und den beiden Halbwaisen nicht nur eine Zeit der Trauer und der Fassungslosigkeit bevor, sondern eine Phase, in der all das noch verschlimmert wird, durch den höchstwahrscheinlichen Verlust des Hauses und den Umstand, dass hier ohne weiteres Einkommen oder weitere Unterstützung bald nur noch das staatliche Konstrukt Hartz IV weiterhelfen kann. Eine Vorstellung, die mit Sicherheit erschreckt. Generell sollten Familien, in denen es einen Hauptverdiener gibt, während der Partner oder die Partnerin eher den Part des Hausmannes oder der Hausfrau übernommen hat, eine solche Absicherung treffen. Allein schon um den Kindern, falls vorhanden, in den Phasen der Trauer und der Angst zumindest nicht noch das Gefühl zu geben, ihre Welt würde völlig zusammenbrechen.

Die Risikolebensversicherung – das sind ihre Stärken

Das besondere Plus der Risikolebensversicherung ist mit Sicherheit, dass hier höhere Beträge ausgezahlt werden, als man selbst durch die monatlichen Beiträge ansparen könnte. Dazu kommt, dass sie einfach generell ein Gefühl der Sicherheit gibt. Natürlich denkt niemand gern an den Tod. Aber wenn der Gedanke einmal kommt, lässt er sich leichter ertragen, wenn man weiß, dass die Familie abgesichert und versorgt ist. Die Risikolebensversicherung verschafft in einem Moment, in dem der Bedarf groß wie selten ist und in der die eigene Kraft zur Geldbeschaffung so gering ist, wie man es sich nur vorstellen kann, ein finanzielles Polster, dass die Situation zwar mit Sicherheit nicht erleichtert, aber dafür sorgt, dass sie nicht zusätzlich erschwert wird. Dazu kommt, dass eine Risikolebensversicherung gerade, wenn man einen Hauskauf plant, für viele Banken ein zusätzliches Stück Sicherheit ist. Gerade in der Banken- und Kreditwelt wird die Risikolebensversicherung gern gesehen, stellt sie doch eine Art Garantie dar, dass auch im schlimmsten Fall die Raten erst einmal weitergezahlt werden können.

Die Risikolebensversicherung – das sind ihre Schwächen

Eine Risikolebensversicherung ist ein Versicherungsvertrag, der bindend über einen gewissen Zeitraum läuft. Die Laufzeit kann bis zu 45 Jahren betragen. In dieser Zeit ist der vereinbarte monatliche Betrag jeweils pünktlich und zuverlässig zu entrichten. Man muss gut durchrechnen, eine wie hohe Absicherung man sich leisten kann. Denn es bringt wenig, wenn eine Versicherung, die für den Todesfall vorsorgen soll, zu finanziellen Engpässen zu Lebzeiten führt. Dazu hat die Risikolebensversicherung so gut wie keinen Rückkaufswert. Wenn man sie zwischenzeitig kündigt, wird man kaum eine Auszahlung erhalten.

Bei der klassischen Risikolebensversicherung gibt es auch bei Erleben des Ablaufzeitpunktes keine Auszahlung. Dann sind die Versicherungsbeiträge „verloren“. Zwar haben sie in den Jahren der Versicherung zuvor eine gewisse Sicherheit verschafft, aber unter dem Strich ist eine Risikolebensversicherung mit einer Laufzeit von 30 Jahren mit einem monatlichen Beitrag von 25 Euro ein großes Geldgrab, wenn man am Ende der Laufzeit keine Auszahlung erhält. Deshalb kann man inzwischen Risikolebensversicherungen mit Sparoptionen abschließen. Wer das Geld nicht als verlorenen Versicherungsbeitrag einzahlen möchte, kann diese Variante wählen. Hier ist die Auszahlungssumme im Versicherungsfall, also im Fall des Todes des Versicherten, allerdings auch teilweise deutlich niedriger.

Unter dem Strich kann man sagen, dass der Abschluss einer Risikolebensversicherung unter bestimmten Umständen absolut empfehlenswert ist. Allerdings ist es, wie mit allen Versicherungen, immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die man vorher anstellen sollte. Und wenn man sich für eine Risikolebensversicherung entscheidet, sollte man am ehesten nach einem Tarif mit Sparoption suchen. Hier schlägt man, auch in Zeiten der absoluten Zinstäler, zwei Fliegen mit einer Klappe.