26. June 2019

Fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Unterform der Lebensversicherung, die oft auch als eine Art Spekulationsversicherung bezeichnet wird. Das Problem bei Fonds ist nun einmal grundsätzlich deren Unberechenbarkeit. Und so ist es bei dieser Art der Lebensversicherung in der Regel so, dass die Frage, wie hoch der Auszahlungsbetrag am Ende sein wird, stark abhängig ist von der Marktlage exakt zum Zeitpunkt der Auszahlung. Doch die fondsgebundene Lebensversicherung hat sich in den letzten Jahren als sehr wandelbar erwiesen und grade in Zeiten der Wirtschaftskrise und der niedrigen Zinsen haben die Versicherer das erhöhte Bedürfnis ihrer Kunden nach Garantiebeträgen erkannt und sind bereit dieses auch auf dem Sektor der fondsgebundenen Lebensversicherungen teilweise zu bedienen. Das bringt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten und Varianten der fondsgebundenen Lebensversicherung mit sich. Einige Besonderheiten und Möglichkeiten dieser Art der Lebensversicherung sollen hier kurz erläutert werden.

Was ist überhaupt eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Lebensversicherung, bei der die Beiträge, anders als in der Kapitallebensversicherung, nicht traditionell angelegt werden. Hier gehen die Beiträge in der Regel in Fonds, die dann mit dem Geld entsprechend arbeiten. Je nach Wert der Fondsanteile, die gekauft wurden, steigt oder singt dann natürlich auch der Wert der Gesamtversicherung. Sicherheiten sind so natürlich kaum möglich bzw. müssen, soweit sie gewährt werden, teilweise teuer erkauft werden. Ähnlich wie Kapitallebensversicherungen werden die fondsgebundenen Lebensversicherungen oftmals auch mit einem Versicherungsschutz im Todesfall und einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausgestattet. Aufgrund des spekulativen Charakters dieser Versicherung ist sie allerdings bei vielen Experten nicht gern gesehen.

Möglichkeiten der Überschussbeteiligung

Wie bei einer Kapitallebensversicherung auch werden bei der fondsgebundenen Lebensversicherung in guten Geschäftsjahren auch Überschüsse erzielt. Hier gibt es verschiedene Formen der Überschüsse, die den Versicherten zugutekommen können. Die erste Überschussart ist der Kostenüberschuss. Dieser wird dann erzielt, wenn die Versicherung im letzten Geschäftsjahr kostengünstiger gearbeitet hat, als ursprünglich kalkuliert wurde. Die zweite Variante dieser Überschüsse sind die Risikoüberschüsse. Diese treten dann auf, wenn zum Beispiel für den Zweig der Sterbeversicherung ein zu hohes Risiko eingeplant wurde, dass dann natürlich erst einmal auch auf die Kosten für die ursprüngliche Versicherung aufgeschlagen wurde. Gleiches gilt, wenn bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen, die nach Ablauf als Renten ausgezahlt werden, ein zu hohes Rentenalter im Durchschnitt berechnet wurde. Da die meisten Versicherungen eher konservativ rechnen, was die Amortisierung ihrer Kosten angeht, stehen die Chancen oftmals gut, dass entsprechende Überschüsse erwirtschaftet werden.

Auch diese Überschüsse müssen dem Versicherten letztlich zugutekommen. Und gerade bei der fondsgebundenen Lebensversicherung können solche Überschüsse sehr wichtig sein. Vor allem, wenn die Börsensituation im Moment der Fälligkeit der Versicherung eher schlecht ist, sind die Überschussbeteiligungen oftmals das einzige, was die fondsgebundene Lebensversicherung davor bewahrt, für den Versicherten ein absolutes Minusgeschäft zu werden.

 Steuerbesonderheiten bei der fondsgebundenen Lebensversicherung

Wenn der Vertrag über eine fondsgebundene Lebensversicherung vor 2005 geschlossen wurde, die Versicherung länger als zwölf Jahre bestand, mindestens in fünf Jahren eingezahlt wurde und auch sonst keine Änderungen am Vertrag vorgenommen wurden, ist die Auszahlung der fondsgebundenen Lebensversicherung auch heute noch steuerfrei. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings auch, dass die Todesfallsumme mindestens 60% der Beitragssumme beträgt.

Bei Verträgen, die nach 2005 geschlossen wurden kann ohnehin nur noch eine 50%ige Steuerfreiheit für die Auszahlung erzielt werden. Und das auch nur, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang bestanden hat und eine Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt. Hier muss die Todesfallabsicherung im Übrigen bereits fünf Jahre nach Vertragsabschluss bei mindestens 10% des Zeitwertes oder der Summe der gezahlten Beiträge liegen. Ansonsten ist eine steuerliche Begünstigung der Auszahlungen nicht möglich.

Sicherheitsvarianten der fondsgebundenen Lebensversicherung

Wie schon erwähnt, gibt es heute auch eine ganze Menge Möglichkeiten, die fondsgebundene Lebensversicherung zumindest etwas sicherer zu gestalten, was die Endsumme angeht.

fondsgebundene Lebensversicherung mit Anlage der Überschüsse in Fonds

Eine solche Möglichkeit ist die, dass man die normalen Beiträge ähnlich den Gegebenheiten bei einer Kapitallebensversicherung eher konservativ und sicher anlegt. Hierbei entstehen geringe Zinsen, die zu einem Garantiezinsbetrag führen. Darüber hinaus werden die Überschüsse, die vom Versicherer erzielt und an die Versicherten verteilt werden, in Fonds investiert. Dazu muss man sagen, dass die Investition in Fonds grundsätzlich auch mit Kosten verbunden ist. Wenn also, wie in diesem Fall, nur kleine Summen tatsächlich in den Fonds einfließen, stellt sich die Frage, inwieweit sich das tatsächlich lohnt.

Einlage in einen Garantiefonds

Werden die Beiträge nicht in einen herkömmlichen Fonds, sondern in einen sogenannten Garantiefonds einbezahlt, hat man auf jeden Fall die Sicherheit, einer garantierten Auszahlungssumme. Da Garantiefonds natürlich auch das Risiko tragen, sollten ihre Fonds einmal unter die Garantiebeträge sinken, werden diese auch nur eine sehr schmale Rendite ab. Eine fondsgebundene Lebensversicherung auf Basis einer Einlage mit einem Garantiefonds ist daher wenig zielführend, da hier kaum wirklich Gewinne abgeworfen werden.

Einlage in verschiedene Fonds

Eine weitere Möglichkeit sind fondsgebundene Lebensversicherungen, bei denen ein Teil der Beiträge in normale Fonds angelegt wird und ein Teil in einen Garantiefonds. So kann zumindest für den Teil, der in den Garantiefonds fließt, eine Garantiesumme ausgesprochen werden. Bei der Restsumme kann die Marktsituation dazu führen, dass die Summe am Ende recht hoch ist. Aufgrund der extremen Börsenabhängigkeit kann das Ergebnis aber auch genau anders herum aussehen.

Vorteile und Nachteile

Einer der größten Vorteile ist sicherlich die Chance, bei guter Börsenentwicklung und bei qualifizierten Mitarbeitern bei dem Versicherer selbst, relativ hohe Auszahlungssummen und hierbei auch recht hohe Gewinne zu erwirtschaften. Darüber hinaus muss man Einnahmen aus Fonds, soweit sie selbst gehalten werden, aktuell versteuern. Eine solche fondsgebundene Lebensversicherung in diesem Moment erst einmal steuerfrei.

Ein großer Nachteil ist beispielsweise der Umstand, dass für den Fall das man als Kunde einer solchen Versicherung mal in die Armut und in den Hartz IV Bezug abrutscht, die Verwertung der Versicherung in keinem Fall als besondere Härte betrachtet wird. Stellt man bei der Kapitallebensversicherung dort noch darauf ab, ob bei einer vorzeitigen Kündigung der Versicherung der Rückkaufswert nicht mehr als 10% niedriger als die Summe der eingezahlten Beträge ist. Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung argumentiert der Gesetzgeber, dass man hier von vornherein ein beträchtliches Risiko in der Anlageform hat. Eine besondere Schutzwürdigkeit sieht der Gesetzgeber da nicht, da man ja bei Abschluss einer solchen Versicherung bereits das Risiko kannte, womöglich weite Teile des Geldes zu verlieren. Ob dies nun durch schlechte Börsenwerte eintritt oder durch die frühzeitige Auflösung der Versicherung, spielt dabei dann letztlich keine Rolle.

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