23. October 2019

Multicopter Versicherung

Multicopter, Quadrocopter, Tricopter
Multicopter, Quadrocopter, Tricopter… die Fluggeräte gibt es heute in allen Formen und Größen

Drohnen, Modellflugzeuge und Multicopter werden schon seit einigen Jahren nicht mehr nur vom Militär und einem kleinen Kreis von Liebhabern auf dem Privatsektor genutzt. Der Sport der Modellflugzeugpiloten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dabei sind viele mit einem „normalen“ Modellflugzeug aber nicht am Ziel ihrer Pilotenträume angekommen. Manch Modellflieger startet gleich mit einem Multicopter und steigt zumindest nach einiger Zeit auf einen solchen um. Was gilt es hier zu beachten? Warum ist die Multicopter Versicherung so wichtig, wenn man als Hobbypilot seinen Multicopter aufsteigen lassen will, ohne Gefahr zu laufen, zum einen rechtswidrig zu handeln und zum anderen, den eigenen Ruin heraufzubeschwören? Fragen, auf die es relativ einfache Antworten gibt.

Warum muss eine Multicopter Versicherung sein?

Zu aller erst einmal, weil sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Rechtsgrundlage hierfür ist auch leicht benannt. § 1 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) sind Multicopter Fluggeräte im Sinne dieses Gesetzes. Für entsprechende Fluggeräte sieht das Gesetz Entsprechend § 33 LuftVG haftet derjenige, der ein Fluggerät betreibt, für alle Schäden an Sachen oder Personen, die durch das von ihm betriebene Fluggerät verursacht werden. Damit hier die Haftung sichergestellt werden kann, hat der Gesetzgeber als verpflichtend den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vorgesehen. Diese muss entsprechende Personenschäden und Sachschäden abdecken und darf das Fluggerät, dass verwendet wird, nicht ausdrücklich ausschließen. Bei älteren Privathaftpflichtpolicen ist es oftmals so, dass kleinere Modellflugzeuge noch in der Versicherung enthalten sind, auf Multicopter trifft dies aber in der Regel nicht zu. Im Zweifelsfall sollte man dies allerdings bei der Versicherung erfragen, ehe man im Schadensfall nicht nur ohne Versicherungsschutz, sondern auch mit einem offensichtlichen Rechtsverstoß, alleingelassen wird.

Die Multicopter / Quadrocopter Versicherung – eine Pflicht-Versicherung in mehrfacher Hinsicht

Dass hier ein gesetzlicher Zwang besteht, sich entsprechend zu versichern, wenn man denn legal einen Multicopter nutzen möchte, wurde ja bereits erläutert. Aber der Sport der Modellflieger, insbesondere der Flug mit einem Multicopter, hat seine Tücken, die diese Versicherung, neben der rechtlichen Versicherung, ohnehin zu einer absoluten Muss-Versicherung machen. Hierzu ist erst einmal interessant, sich mit dem Multicopter an sich zu beschäftigen.

Der Multicopter ist ein Fluggerät, dass von mehreren fest montierten Rotoren betrieben wird beziehungsweise in Gang gesetzt wird. Das Gerät an sich ist im höchsten Maße instabil und auch die Flugeigenschaft ist durchaus als instabil zu bezeichnen. Ohne eine entsprechend ausgeklügelte Software im Multicopter, der diese Instabilität ein Stück weit automatisch ausgleicht, wäre ein Flug mit einem Multicopter selbst für einen geübten Modellflugpiloten eine sehr komplizierte Angelegenheit.

Natürlich ist es gerade die Schwierigkeit der Lenkung und des Fliegens, die den Reiz bei diesem Sport ein Stück weit erhöht. Aber es ist eben auch genau dieser Punkt, der dazu führt, dass für Anfänger Abstürze völlig normal sind und das solche auch erfahrenen Piloten, selbst ohne technisches Versagen, unterlaufen können.

Multicopter Quadrocopter können relativ groß sein
Multicopter können je nach Bauart schon bis zu 20 kg wiegen, und bei einem Absturz schwere Schäden anrichten

Ein solcher Absturz kann allerdings, in falscher Umgebung oder bei einer unglücklichen Verkettung von Umständen, verheerende Folgen haben. Stürzt beispielsweise ein Multicopter mit laufenden Rotoren auf ein parkendes Auto, wird dieses einen erheblichen Schaden davontragen. Je nach Fallhöhe können hier einfache Lackschäden, Beulen oder sogar gänzlich zerstörte Scheiben auftreten. Eine entsprechende Reparatur kann vom Preis her schnell im vierstelligen Bereich liegen. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn Menschen bei dem Unfall betroffen sind. Kommt es beispielsweise zu einem Absturz, bei dem eine Person in Mitleidenschaft gezogen wird und entsteht ein sogenannter Personenschaden, kann man auch schnell im fünf- oder sechsstelligen Bereich landen, was die Höhe der Haftung angeht. Dies ist natürlich abhängig von den Verletzungen, die das Unfallopfer sich zugezogen hat und von möglichen Spätfolgen.

Tritt ein Einkommensverlust wegen des Unfalls auf? Liegt vielleicht eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vor? Entstehen Kosten für die Krankenversicherung und den Arbeitgeber des Verunfallten? Sowohl die Person, die den Schaden erlitten hat, als auch die Stellen, die daraufhin einen finanziellen Verlust erlitten haben wie:

  • Arbeitgeber im Rahmen der Lohnfortzahlung ohne Arbeitsleitung
  • Krankenkasse im Rahmen der Behandlungskosten
  • Träger der Sozialleistung, falls der Unfall so schwer sein sollte, dass eine weitere Berufstätigkeit nicht mehr möglich ist und Sozialleistungen bezogen werden müssen

werden auf den Betreiber des Multicopter zukommen und ihn mit ihren Schadensersatzforderungen konfrontieren. Und das mit gutem Recht.

Die einzige Möglichkeit der Absicherung – eine Multicopter Versicherung

Die Frage, ob man vorsichtig oder gewagt fliegt, stellt sich bei diesem Thema letztlich gar nicht, da es ohnehin eine Pflichtversicherung ist. Da aber die Notwendigkeit der Versicherung so überragend groß ist, will man nicht Gefahr laufen die finanzielle Existenz auf Spiel zu setzen, sollte man bei der Auswahl der Versicherung darauf achten, dass ausreichend hohe Deckungssummen angeboten werden.

Möglichkeiten der Multicopter Versicherung

In der Regel werden entsprechende Versicherungen nicht für einzelne Fluggeräte angeboten, sondern generell für Modellflugzeuge, Drohnen und Multicopter. Hier gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten, in den Genuss des Versicherungsschutzes zu kommen. Die erste Möglichkeit ist eine Gruppenversicherung. Eine solche kann man zum Beispiel durch den Eintritt in einen der größeren Modellsportvereine abschließen. In der Regel ist im Mitgliedsbeitrag eine solche Versicherung bereits enthalten. Wenn dem nicht so ist, können diese Vereine auf jeden Fall aber günstig die notwendigen Versicherungen vermitteln. Die zweite Möglichkeit ist der Abschluss einer entsprechenden Versicherung, direkt beim Versicherer. Hier muss man die großen der Branche, von der Allianz bis zur Zurich Versicherung, vergleichen und für sich feststellen, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis den eigenen Ansprüchen am ehesten entspricht.