17. October 2018

Krankenkassen

Die Krankenkassen in Deutschland sind wichtigster Bestandteil des gesetzlich festgelegten Gesundheitssystems, da sie als Körperschaften des öffentlichen Rechts im Auftrag des Gesetzgebers den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger, die der Krankenversicherungspflicht unterliegen, sicherstellen. Als Krankenkassen werden dabei alle Krankenversicherer im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung bezeichnen. Sie unterscheiden sich somit schon in der Namensgebung von „Krankenversicherungen“, die in der Regel als private Krankenversicherung den Versicherungsschutz ihrer Kunden die nicht der Krankenversicherungspflicht unterliegen, sicherstellen.

Welche Krankenkassen gibt es in Deutschland?

Die Landschaft der Krankenkassen ist über Jahrzehnte hinweg gewachsen, auch weil es früher normal war, dass es Krankenkassen gab, die nur für bestimmte Personen- und Berufsgruppen geöffnet waren. Die einzelnen Betriebskrankenkassen beispielsweise konnten früher nur von Personen in Anspruch genommen werden, die bei den jeweilig zugehörigen Betrieben auch beschäftigt waren. Heute sind die Krankenkassen weitgehend offen und es besteht die Möglichkeit für Personen, die der Versicherungspflicht unterliegen, eine Krankenkasse frei zu wählen. Hier einmal einige Krankenkassen im Überblick:

die AOK

Die Allgemeine Ortskrankenkasse, kurz AOK, ist eine Art Zusammenschluss von 11 einzelnen Krankenkassen, die jeweils den Namen AOK tragen und unter der Marke „AOK – Die Gesundheitskasse“ auftreten. Mit gut einem Drittel aller gesetzlich Versicherten in Deutschland hat die AOK die meisten Mitglieder aller Krankenkassen. Dennoch gilt sie nicht als größte Krankenkasse Deutschlands, da die Mitglieder sich auf 11 selbstständig agierende Krankenkassen, die nur unter dem Namen AOK zusammenstehen, aufteilen.

die Techniker Krankenkasse

Anders ist das bei der Techniker Krankenkasse (TK). Diese ist eine klassische Ersatzkasse, die inzwischen aber bundesweit geöffnet ist und rund 9,2 Millionen Mitglieder hat. Die TK galt lange Zeit als Vorreiter in Sachen alternative Medizin, Homöopathie, Akkupunktur etc. unter den Krankenkassen. Inzwischen haben sich die anderen Krankenkassen, was die Übernahmefähigkeit entsprechender Behandlungen angeht, weitgehend angepasst.

die Barmer GEK

Die Barmer GEK ist eine Ersatzkasse und als solche ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mit etwas mehr als 8 Millionen Mitgliedern ist die Barmer die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands. Die Barmer GEK ging aus einem Zusammenschluss der Barmer Ersatzkasse (BEK) und der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hervor.

die Betriebskrankenkassen

Die Betriebskrankenkassen sind die wohl die älteste Form der Krankenkasse. Lange Zeit dienten sie nur der Absicherung der Arbeitnehmer des Betriebes, für den sie eingerichtet worden waren. Erst als 1996 die Möglichkeit der freien Krankenkassenwahl endgültig eingeführt wurde und die Krankenkassen nunmehr die Möglichkeit hatten, sich bundesweit zu öffnen, haben viele Betriebskrankenkassen davon Gebrauch gemacht. Und doch gibt es in Deutschland noch vereinzelte Betriebskrankenkassen, die von der Möglichkeit sich für andere Personengruppen zu öffnen, keinen Gebrauch gemacht haben und nach wie vor in den althergebrachten Strukturen bestehen.

Diese Liste ist natürlich nicht abschließend. Neben der Knappschaft und der DAK-Gesundheitskasse gibt es noch zahlreiche weitere Krankenkassen in Deutschland.

Finanzierung der Krankenkassen

Die Krankenkassen finanzieren sich über sogenannte Krankenkassenbeiträge, eine Abgabe, die sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Rentner von ihren Bezügen abführen müssen. Bei Arbeitnehmern ist es so, dass der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer jeweils die Hälfte der Krankenkassenbeiträge zahlen muss. Bei Rentnern wird die Hälfte des Beitrages durch den Rententräger, die andere Hälfte durch den Rentner entrichtet. Bei den Krankenkassenbeiträgen handelt es sich um eine der Sozialversicherungsabgaben, die den Unterschied zwischen dem Bruttogehalt und dem Nettogehalt ausmachen.

Diese Beiträge sind, anders als beispielsweise die Versicherungsprämien in der privaten Krankenversicherung, komplett einkommensabhängig. So wird letztlich die Solidargemeinschaft im Rahmen der Krankenkasse gestärkt. Personen mit einem hohen Jahreseinkommen zahlen höhere Beiträge, um auch die Kosten für diejenigen aufzufangen, die aufgrund niedrigeren Einkommens nur geringere Beiträge abführen müssen. Darüber hinaus wird so sichergestellt, dass auch das Konstrukt der Familienversicherung auf Dauer funktionieren kann. Hierüber sind Familienmitglieder von Personen, die pflichtversichert sind, also Beiträge abführen, ohne zusätzliche Kosten mitversichert.

Die Leistungen der Krankenkassen

Diese unterscheiden sich oftmals nur in Kleinigkeiten und man muss zugeben, dass es zunehmend unübersichtlicher wird, wenn man die einzelnen Kassen miteinander vergleichen möchte. Und doch lohnt sich ein Blick in die Leistungskataloge der einzelnen Krankenkassen, wenn man sich für eine solche entscheiden muss oder möchte. Denn neben den gesetzlich festgeschriebenen Leistungen, die jede Krankenkasse erbringen muss, haben die einzelnen Krankenkassen verschiedene Bereiche, in denen sie mehr Leistungen anbieten, als anderen Krankenkassen. Ob zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, ein Hausarztprogramm oder zusätzliche Vorsorgemöglichkeiten für Erwachsene, wenn man weiß, wo der eigene Fokus liegt, kann man durch einen Vergleich der Krankenkassen schnell herausfinden, welche die Beste für einen selbst ist.

Beratungs- und Zusatzprogramme der Krankenkassen

Die Krankenkassen tragen die Kosten der Gesundheitspflege für ihre Versicherten. Aus diesem Grund haben sie natürlich ein großes Interesse daran, dass die Versicherten so lange wie möglich so gesund wie möglich bleiben. Eine der immer stärker genutzten Möglichkeiten der Krankenkassen sind Bonus- und Beratungsprogramme, mit denen die Mitglieder angespornt werden sollen, ein gesünderes und ausgeglicheneres Leben zu führen. Da gibt es Bonuspunkte für eine Verbesserung des BMI, für die Nutzung verschiedener Vorsorgemöglichkeiten, für das Erreichen eines Sportabzeichens usw. Manche Krankenkassen sind bei der Gestaltung ihrer Bonusprogramme recht innovativ. Auch hier lohnt es sich, einen Vergleich zwischen den Kassen anzustellen und zu schauen, wer welche Bonusprogramme anbietet und welche Möglichkeiten daraus erwachsen.

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