15. December 2018

Pferdekrankenversicherung

PferdekrankenversicherungDie Pferdekrankenversicherung ist eine Versicherung, die unter den Pferdeversicherungen, neben der Pferdehaftpflichtversicherung, einen besonderen Stellenwert hat oder haben sollte. Denn Pferde können ebenso schnell krank werden wie Menschen. Darüber hinaus haben gerade Pferde, die als Turnierpferde genutzt werden, ein besonders hohes Risiko bei einer der Turnierübungen einen Unfall zu erleiden aus dem sie womöglich einen gesundheitlichen Schaden davontragen.

Und ein solcher kann in der Behandlung durchaus teuer werden. Aber selbst wenn das Pferd nur einen einfachen Husten hat, können Behandlungskosten rund um die 1.000 Euro anfallen. Für Koliken, die bei Pferden nicht selten sind, werden im Schnitt zwischen 200 und 600 Euro für die Behandlung aufgerufen. Die Aufzählung könnte man beliebig weiterführen und man würde eine Vielzahl von Erkrankungen oder Verletzungen finden, deren Behandlung noch mehr kosten würde. Grund genug sich gegen die anfallenden Kosten, die eine tierärztliche Behandlung mit sich bringt, zu versichern.

Die Pferdekrankenversicherung – verschiedene Möglichkeiten der Absicherung

Die Pferdekrankenversicherung als Konstrukt gibt es in verschiedenen Ausgestaltungen. Im Prinzip kann man erst einmal unter zwei großen Gruppen der Pferdekrankenversicherung unterscheiden. Die eine Gruppe von Pferdekrankenversicherungstarifen beinhaltet nur die klassische Krankenversicherung für Pferde. Die zweite Gruppe beinhaltet Tarife, in denen die normale Krankenversicherung mit einer Pferde-OP-Schutz-Versicherung gekoppelt ist. Diese zweite Gruppe wird zuweilen aus Pferdekrankenvollversicherung genannt. Hier geht es jetzt allerdings erst einmal nur um die einfache Pferdekrankenversicherung, ihre Leistungen und worauf man bei der Suche nach einer solchen Absicherung für sein Pferd unbedingt achten muss.

Die Pferdekrankenversicherung – was beinhaltet eine gute Versicherung?

Die Qualität einer Pferdekrankenversicherung erkennt man in erster Linie an den vereinbarten Leistungen im Krankheitsfall. So sollte eine möglichst umfassende Übernahme der Tierarztkosten für eine ambulante oder stationäre Behandlung im Krankheitsfall oder im Fall einer Verletzung sichergestellt sein. Außerdem sollten Arzneimittel sowie Verbandsmittel und Hilfen in den Leistungen beinhaltet sein.

Auch Labor und Röntgenuntersuchungen können mit gewisser Regelmäßigkeit notwendig sein. Da auch diese einen erheblichen Kostenpunkt ausmachen, sollten auch sie durch die Pferdekrankenversicherung abgedeckt sein. Und natürlich die klassischen Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Ähnliches.

Normalerweise werden die Erstattungen auf den einfachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte festgesetzt. Besonders gute Policen bringen auch einen zweifachen Satz der Gebührenordnung als maximale Deckungssumme ins Spiel, was vor allem dann Sinn macht, wenn Untersuchungen und Behandlungen am Wochenende, an Feiertagen, abends oder in der Nacht erfolgen müssen. In diesen Fällen fordern die Tierärzte in der Regel einen Aufschlag, der dann, wenn der zweifache Satz der Gebührenordnung abgedeckt wird, auch von der Versicherung getragen werden kann.

Die vertraglich vereinbarten Erstattungen sollten auf keinen Fall niedriger als 60% der zu leistenden Arztkosten sein. Eine gute Police schränkt den Pferdehalter darüber hinaus nicht in seiner Wahl des Tierarztes oder der Tierklinik ein. Viele Pferdekrankenversicherungen gelten nur in Deutschland. Wenn man mit seinem Pferd regelmäßig zu Turnieren oder anderweitigen Veranstaltungen ins Ausland fährt, sollte man sich nach einer Versicherung umschauen, die einen Tarif mit Leistungen auch für das Ausland anbietet.

Worauf man beim Abschluss einer Pferdekrankenversicherung unbedingt achten muss

Es gibt einige Punkte, auf die man bei der Suche nach einer passenden Pferdekrankenversicherung unbedingt achten sollte. Das erste sind natürlich die Beiträge. Diese sollten zwar kein Todschlagargument sein, da die Leistungen als solche schwerer wiegen sollten bei der Wahl der Versicherung. Dennoch macht es Sinn das Preis-Leistungs-Verhältnis nüchtern zu betrachten und sich klar zu machen, ob die zu erwartenden Leistungen die zu zahlenden Beiträge wert sind.

Als Zweites sollte man im Versicherungsvertrag darauf achten, wie lang die Wartezeiten für die jeweiligen Leistungen sind. Wartezeiten für die Erstattung von Kosten nach einer Behandlung gibt es eigentlich in nahezu jeder Police zur Pferdekrankenversicherung. Die Frage ist jeweils nur, wie lang diese sein soll. Normal sind drei bis sechs Monate.

Mehr sollten es aber wirklich nicht sein, denn schon in diesem Zeitraum müssen die Kosten ja vom Halter des Pferdes vorgestreckt werden. Aufgrund der Häufigkeit des Auftretens von Koliken bei Pferden haben viele Versicherer die Wartezeiten für die Erstattung der Zahlungen für eine Kolikbehandlung erheblich reduziert. Hier sollte man beim Vertragsabschluss darauf achten, ob das auch in der Police für Ihren neuen Versicherungsvertrag entsprechend verankert wurde.

Beim Vergleich der Pferdekrankenversicherungen sollte man auch stets das Alter des zu versichernden Tieres im Hinterkopf behalten. Manche Versicherungen nehmen Tiere ab dem zehnten Lebensjahr gar nicht mehr an. Andere wiederum haben ein Mindestalter für den Abschluss einer Versicherung, da sie so die Risiken, die in der frühen Phase des Lebens eines Fohlens unzweifelhaft am höchsten sind, fürchten.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist das Angebot einer Notrufnummer, die rund um die Uhr besetzt ist. Nicht jeder Pferdehalter kennt sich automatisch auch mit der Gesundheit und der körperlichen Konstitution seines Pferdes bestens aus. Da kann es schon mal Sinn machen, wenn man eine Situation erkennt, in der man unsicher ist, eine solche Notrufnummer anzurufen, um sich zum einen Auskünfte einzuholen, wie man jetzt gerade am besten reagiert und um sich zum anderen auch Informationen zu den nächstgelegenen Tierärzten und der nächsten Tierklinik geben zu lassen.

Im Endeffekt soll eine Pferdekrankenversicherung den Pferdehalter vor unverhältnismäßig hohen Kosten auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge und. Behandlung seiner Pferde bewahren. Wer bereits im fortgeschrittenen Fohlenalter eine solche Versicherung für sein Pferd abschließt, wird einen verhältnismäßig günstigen Tarif ergattern können. Dann gilt es, Leistungen zu vergleichen und zu schauen, mit welchem Leistungskatalog man selbst am besten leben kann.