15. December 2018

Pferdehaftpflicht

PferdehaftpflichtversicherungObwohl die Pferdehaftpflicht für Pferdehalter wohl die wichtigste Versicherung ist, oder sein sollte, besteht in Deutschland keine Versicherungspflicht. Nur für Turnierpferde kann eine Versicherungspflicht als Voraussetzung für die Teilnahme an einem oder mehreren Turnieren bestehen. Will man an diesen Turnieren nicht teilnehmen, besteht auch keine weitere Verpflichtung zur Versicherung in einer Pferdehaftpflicht Versicherung.

Dabei ist es vor allem die Pferdehaftpflicht Versicherung, die im Fall eines verursachten Schadens durch das Pferd den Halter vor dem finanziellen Ruin retten kann. Verursacht ein Pferd einen Schaden am Eigentum eines anderen oder gar an einer anderen Person, können Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderung relativ schnell in die Hunderttausende, in seltenen Einzelfällen sogar in die Millionen gehen.

Wer in einem solchen Fall nicht entsprechend abgesichert ist, steht mit den Forderungen allein da. In solchen Momenten kann nur die Privatinsolvenz retten. Diese Situation kann man sich ersparen, indem man den Schutz einer Pferdehaftpflicht Versicherung in Anspruch nimmt.

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Pferdehaftpflicht – was leisten die Versicherungen wirklich?

Die klassische Pferdehaftpflichtversicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die das versicherte Pferd verursacht hat. Soweit erst einmal die Theorie. Es gibt allerdings ein paar Dinge, auf die man bei Abschluss einer solchen Pferdehaftpflicht unbedingt achten sollte. So sollte zum Beispiel eine Deckung der Schadenssumme auch bei geliehenen oder angemieteten Sachen erfolgen. In der Regel werden Schäden, die das Pferd am Eigentum seines Halters verursacht nicht über die Haftpflichtversicherung gedeckt, da man sich selbst gegenüber ja nicht haften muss.

Hat der Halter des Pferdes aber etwas angemietet, ist er Besitzer des Gegenstandes, den er gemietet hat, nicht aber Eigentümer. Nur wenn die Pferdehaftpflicht auch die Forderung, die der Eigentümer als Vermieter gegenüber dem Halter des Pferdes geltend machen kann, abdeckt, ist der Versicherungsschutz wirklich vollumfänglich. Darüber hinaus sollte das Pferd auch auf der Koppel und im Anhänger entsprechend abgesichert sein. Auch das Fremdreiterrisiko und mögliche Reitbeteiligungen sollten im Versicherungsvertrag geklärt sein.

In der Regel fungiert die Pferdehaftpflichtversicherung auch als eine Art Rechtsschutzversicherung. Wenn ein Schadensfall angemeldet wird, in dem der Halter des Pferdes, dass den Schaden verursacht haben soll, der Ansicht ist, das der Schaden nicht durch sein Pferd verursacht wurde oder zumindest kein Fall vorliegt, indem für den entstandenen Schaden ein Schadensersatz gefordert werden kann, zum Beispiel weil Fahrlässigkeit vonseiten des Geschädigten zu der Entstehung des Schadens geführt hat, wird die Pferdehaftpflicht Versicherung die Angelegenheit übernehmen und auch die Kosten eines möglichen Verfahrens tragen. Insofern löst sie in einem solchen Fall eine Rechtsschutzversicherung entsprechend ab.

Worauf man bei der Pferdehaftpflichtversicherung auf jeden Fall achten sollte

Die Pferdehaftpflicht ist eine Versicherung, die für Pferdehalter existenziell werden kann. Daher sollte man darauf achten, dass die Deckungssumme nicht unter 3 Mio. Euro liegt. Außerdem macht es Sinn, in der Versicherung Fohlen zumindest im ersten Lebensjahr beim Muttertier mitzuversichern. Die Haftung sollte auch im Fall von Schäden, die im Ausland anfallen übernommen werden.

Wenn der Pferdehalter regelmäßig mit seinem Tier zu Turnieren ins Ausland fährt, ist ein Schutz im Ausland schnell von besonderer Bedeutung, zumal dort die Rechtslage, was Schadensansprüche angeht, eine völlig andere sein kann als in Deutschland. Außerdem sollte die Versicherung die Möglichkeit anbieten, mehrere Tiere in einer Art Partnertarif abzusichern. Hier gibt es eine ganze Reihe von Versicherern auf dem Markt, die ab dem 2. Pferd quasi einen Mengenrabatt auf die Versicherung geben.

Hat man eine entsprechende Gruppenversicherung abgeschlossen und ein Pferd dazwischen, dass wesentlich häufiger Schäden verursacht als die anderen Tiere in der Gruppe, würde es wahrscheinlich Sinn machen, das Pferd mit der erhöhten Gefahr, Schäden zu produzieren aus der Gruppe herauszunehmen und gesondert zu versichern. So kann man sicherstellen, dass die Kosten für die ganze Gruppe nicht aufgrund der Schadensfälle eines einzelnen Pferdes in die Höhe schnellen.

Pferdehaftpflicht – was kostet die Sicherheit?

Natürlich steigen die Kosten einer Pferdehaftpflicht Versicherung mit der Höhe der Deckungssumme für Schäden. Manche Experten empfehlen sogar Deckungssummen um die 5 Mio. Euro. Wie hoch die Deckung im eigenen Versicherungsfall sein muss, muss letztlich jeder Pferdehalter selbst wissen. Eine gute Pferdehaftpflicht Versicherung bekommt man bereits ab rund 7,00 Euro im Monat. Die Kosten für die Pferdehaftpflicht Versicherung kann man im Zweifelsfall durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung noch weiter senken. Hier wird von vielen Experten eine Selbstbeteiligung im Bereich um die 150,00 Euro pro Schadensfall empfohlen.

Das hat neben der Einsparung bei den Versicherungsbeiträgen noch einen anderen Hintergrund. Die meisten Haftpflichtversicherungen, auch solche für Pferde, führen Schadenslisten, in denen jeder Schadensfall der gemeldet wird vermerkt wird. Taucht ein versichertes Pferd zu oft auf solchen Schadenslisten auf, kann der Versicherungsschutz teurer werden oder aber der Versicherer kündigt kurzerhand das Vertragsverhältnis fristgemäß zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Regelt man kleinere Schäden aber im Rahmen der Selbstbeteiligung, möglichst ohne die Versicherung groß zu informieren oder in Anspruch zu nehmen, ist die Gefahr wesentlich geringer in den Schadenslisten der Versicherung aufzutauchen.

Die Pferdehaftpflicht Versicherung – ein Fazit

Für Pferdehalter ist die Pferdehaftpflichtversicherung wohl eine der wichtigsten Versicherungen am Markt, da sie vor dem sicheren finanziellen Ruin bewahren kann, sollte es einmal zu einem größeren Schadensfall kommen. Und selbst, wenn es nie zu einem so umfangreichen Schadensfall kommt, bringt sie doch das gute Gefühl für den Fall der Fälle auf der sicheren Seite zu stehen.