15. December 2018

Maschinen-Montage-Versicherung

In der Regel haben Betriebe, die Maschinen herstellen und diese anschließend an die Nutzer verkaufen, eine Lieferungs- und Montagepflicht. Diese ergibt sich zumeist aus den kaufvertraglichen Bestimmungen. Gerade bei großen Industriemaschinen ist diese Vereinbarung besonders sinnvoll, da so gewährleistet ist, dass die Maschine von Fachleuten zusammengesetzt und erstmals im Probebetrieb kontrolliert wird. Doch gerade hier liegen eine Menge Gefahren, die sich oftmals vorher gar nicht zu einhundert Prozent einschätzen lassen. Aus diesem Grund gibt es die Maschinen-Montage-Versicherung.

Die Maschinen-Montage-Versicherung – Sinn und Zweck

Die Maschinen-Montage-Versicherung ist eine technische Versicherung, die den Prozess der Montage, also des Zusammenbauens oder Zusammensetzens einer Maschine, begleitet und sichert. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil gerade in diesem Prozess eine viel höhere Gefahr von Schäden besteht, als beim späteren ordnungsgemäßen Betrieb der Maschine der selbst. Hierbei geht man davon aus, dass die Gefahr eines Schadens steigt, je länger die Montage dauert. Ihren Höhepunkt erreicht diese Gefahr erst bei der Prüfung der Maschine im Probedurchlauf, da hier erst Bedienfehler, Aufbaufehler, Materialfehler oder anderweitige Mängel erkennbar werden, die im schlimmsten Fall zu erheblichen Schäden an der Maschine selbst oder am Umfeld der Maschine führen können.

Aus diesem Grund sorgt die Maschinen-Montage-Versicherung für Schutz vor den Risiken dieser Phase der Auslieferung einer Maschine. Damit unvorhergesehene Unfälle nicht zu erheblichen finanziellen Schäden für den Versicherungsnehmer führen.

Vorteile der Versicherung auf einen Blick

Die Vorteile, die diese technische Versicherung bietet, sind vielschichtiger Natur. Hier nur einmal die Wichtigsten auf einen Blick genannt.

  • Es besteht ein auf die Bedürfnisse des Einzelfalles zugeschnittener Versicherungsschutz, sollten die Montage und Inbetriebnahme einer Maschine nicht nach Plan verlaufen.
  • Das unternehmerische Risiko für solche Fälle wird reduziert, was dazu führt, dass keine Rücklagen für Schäden im Rahmen der Auslieferung aufgebaut werden müssen. Das vereinfacht zum einen die Preiskalkulation und zum anderen eröffnet es Möglichkeiten, das eigene Angebot im Bereich der Lieferung und Montage ggfls. zu erweitern.
  • Finanzielle Ausfälle aus einer nicht planmäßig verlaufenen Auslieferung, Montage und Inbetriebnahme werden aufgefangen und durch regelmäßig schnelle Regulierung entsprechend aus der Welt geräumt

Die Maschinen-Montage-Versicherung – wann leistet sie genau?

Man kann also erst einmal festhalten, dass es sich bei der Maschinen-Montage-Versicherung um eine Versicherung handelt, die für jeden herstellenden und verkaufenden Betrieb, der seine Maschinen oder anderweitigen montierbaren Waren selbst ausliefert und montiert, eine Absicherung gegen Risiken ist, die den Betrieb im schlimmsten Fall nahe an den Ruin bringen könnten.

Aber, wann genau leistet die Maschinen-Montage-Versicherung denn? In welchen Situationen tritt hier wirklich ein Schadensfall ein, der dann von der Versicherung im Rahmen der Deckungsleistung ausgeglichen wird?

Die Maschinen-Montage-Versicherung deckt Schäden an der versicherten Sache ab, die während der Versicherungsdauer (in der Regel während der Zeit der Montage) an dieser Sache entstehen. Außerdem deckt sie das plötzliche Verschwinden der versicherten Sache ab. Im Rahmen der Entschädigung für das Verschwinden der versicherten Sache werden zum Beispiel Verluste durch Raub, Diebstahl und Einbruchdiebstahl vonseiten der Versicherung aufgefangen.

Darüber hinaus leistet die Versicherung im Fall von Sachschäden durch Beschädigung oder Zerstörung der Sache im Rahmen des Montageprozesses. Auftreten können solche Sachschäden durch:

  • Fahrlässigkeit und Ungeschicklichkeit
  • Montage- und Bedienungsfehler
  • Konstruktionsfehler
  • Ausführungs- und/oder Materialfehler
  • Schäden durch Feuer und Hitze (Brand, Blitzschlag, Explosion, Schwelen, Glimmen, Sengen oder Implosion – jeweils zusätzlich der anfallenden Schäden durch das Löschen, Niederreißen oder Verschwinden infolge eines dieser Vorkommnisse)
  • Überspannung, Induktion und Kurzschluss
  • Versagen von Mess-, Regel- oder Sicherungseinrichtungen
  • Zerreißen infolge von Fliehkräften
  • Vorsatz Dritter zum Beispiel im Fall von Sabotage oder Vandalismus
  • Überschwemmung und/oder Hochwasser stehender oder fließender Gewässer
  • Sturm, Hagel, Erdrutsche und Erdbeben.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Versicherung nur für Schäden aufkommt, die im Rahmen der Versicherungsdauer entstanden sind. Diese bemisst sich in der Regel vom Beginn des Abladens der Maschine bis zur erfolgreichen Beendigung des Probedurchlaufes. Sollte zum Beispiel am Folgetag nach einer erfolgreichen Beendigung des Probedurchlaufes noch ein oder mehrere zusätzliche Teile nachinstalliert werden, muss man sicherstellen, dass der Versicherungsschutz zuvor von vorn begonnen hat.

Je nach Art und Weise der abgeschlossenen Versicherung kann es Generalversicherungen geben, die für alle Montagen gelten, die man im Versicherungsjahr durchführt. Wesentlich häufiger sind allerdings projektbezogene Versicherungen. In diesem Fall sollte man unbedingt vorher abklären, bis zu welchem Zeitpunkt genau die Versicherung gilt, um ein mögliches böses Erwachen zu vermeiden.

Die Maschinen-Montage-Versicherung – was genau leistet sie

Von der Maschinen-Montage-Versicherung sind folgende Punkte auf jeden Fall umfasst:

  • Konstruktionen wie Brücken, Pipelines, chemische Anlagen, Behälter oder Apparate
  • Maschinen und maschinelle Anlagen jeder Art, vom Drucker bis zum Fließband
  • elektrische Einrichtungen aller Art von der Klimaanlage über Aufzüge und Trafos bis zu Schaltanlagen
  • außerdem natürlich Reserveteile, die zu den Maschinen gehören.

Wenn in einem dieser Fälle eine der oben genannten Situationen auftritt, greift der Versicherungsschutz. Neben diesen Dingen können aber auch noch weitere Dinge zusätzlich, im Rahmen einer Zusatzversicherung, abgesichert werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Geräte und Hilfsmaschinen
  • Werkzeuge
  • Gerüste, Maste und ähnliches
  • Baubuden und Wohnbaracken

Bei Werkzeugen gilt die Besonderheit, dass diese, aufgrund ihres geringen Wertes, nur im Rahmen einer Komplettversicherung für beispielsweise eine vollständige Werkzeugkiste versichert werden können. Eine Versicherung jedes einzelnen Werkzeuges ist dabei nicht möglich.

Die Maschinen-Montage-Versicherung – was zahlt die Versicherung auf keinen Fall?

Natürlich gibt es auch Dinge, die per Ausschluss von den Leistungen der Maschinen-Montage-Versicherer ausgenommen sind. Als aller erstes sind dabei Schäden zu nennen, die vonseiten es Haftpflichtversicherers zu übernehmen wären. Würden also im Umfeld der zu montierenden Maschine Schäden auftreten, die durch die Haftpflichtversicherer des Lieferanten zu tragen sind, greift die Maschinen-Montage-Versicherer nicht.

Außerdem sind Betriebs- und Hilfsstoffe wie beispielsweise Chemikalien, Brennstoffe, Kühl- und Schmiermittel usw. nicht im Versicherungsschutz enthalten. Auch Verschleißteile und Produktionsstoffe werden von der Versicherung nicht übernommen. Selbiges gilt für die Kosten einer Eilzustellung, wenn beispielsweise ein Ersatzteil schnell an den Montageort geschickt werden muss. Auch Akten und Zeichnungen sind nicht über eine Maschinen-Montage-Versicherer abgedeckt, da sich der Wert derartiger Papierstücke nicht errechnen und somit auch nicht versichern lässt. Und natürlich die Kosten für Überstunden- und andere Lohnzuschläge, die vielleicht fällig werden, weil Mitarbeiter wieder Erwarten den Sonntag oder über einen Feiertag an einer Maschine arbeiten müssen, bis diese endlich fertig montiert ist.

Die Maschinen-Montage-Versicherer – Versicherung gegen eine Vielzahl von Gefahren

Wer Maschinen oder andere versicherbare Sachen herstellt oder verkauft und ausliefert, sollte auf jeden Fall eine entsprechende Montageversicherung abschließen. Vor allem da diese letztlich in dem Moment größter Unsicherheit und Gefahr, der erstmaligen Inbetriebnahme im Rahmen des Probebetriebes, ein hohes Maß an Sicherheit bietet.