15. December 2018

Fondsversicherung

Fonds sind eine Kapitalanlage, die zum großen Teil von Geldinstituten angeboten werden. Man kann diese als Investmentfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Dachfonds, Indexfonds oder als offene Immobilienfonds wählen.

Fonds gelten als Geldanlage mit hohen Renditeerträgen. Fonds an sich bestehen aus der Ansammlung verschiedener Aktien oder Anteile an anderen Fonds. Auf dem Kapitalmarkt werden etwa 8.000 verschiedene Fonds angeboten, in denen sich mehr als 500 Millionen Euro befinden. Die Wertschwankungen einzelner Fonds sind zum Teil beträchtlich, bieten aber trotzdem hohe Gewinnerwartungen.

Mit der Fondsversicherung zur Kapitalbildung

Eine Fondsversicherung dient in erster Linie der Kapitalbildung mit deutlich höheren Gewinnerwartungen als bei anderen Sparformen möglich sind. Der weitere Grund für eine Fondsversicherung ist der steuerrechtliche Aspekt. Anders als bei einer direkten Investition in einen Fond, fallen bei der Fondsversicherung keine Vermögenszuwachssteuern an, wenn die Fondsversicherung eine längere Laufzeit als 10 Jahre bei Ansparung durch monatliche Prämien oder mehr als 15 Jahre bei einmaliger Einzahlung der Investitionssumme vereinbart wird. Der größte Teil der Prämienzahlungen oder Einmal-Prämienzahlung wird für Investitionen in einen oder mehrere Fonds verwendet. Ein geringer Teil kommt auch in die Risikoversicherung.

Dieser Risikoanteil wird für einen Ablebensschutz verwendet, der, falls der Versicherte stirbt, zu dem aktuellen Fondsvermögen an die Begünstigten ausgezahlt wird. Die Ablebenssumme ist auch durch den geringen Risikoanteil nur sinnbildlich und beträgt oft maximal 500 Euro um den Charakter einer Versicherung zu wahren. Für die Versicherungsnehmer werden daher auch keine Risikoüberprüfungen nötig, wie zum Beispiel bei einer Lebens- oder Risikolebensversicherung, da das Risiko kein wesentlicher Bestandteil der Fondsversicherung ist.

Anders als bei anderen Versicherungsformen, hat man bei der Fondsversicherung die Möglichkeit, selbst auf die Kapitalanlage einzuwirken. So bieten viele Anbieter der Fondsversicherung die Möglichkeit des Switchen und Shiften an. Das bedeutet, man kann die Investitionen in andere Fonds umschichten oder Fonds ganz wechseln.

Je nach Anbieter der Fondsversicherung stehen dem Anleger bestimmte geprüfte Fonds zur Verfügung oder man überprüft und analysiert angestrebte Fonds auf Performance und Beständigkeit. Wer sich für eine Fondsversicherung entscheidet, wird zumindest einen großen Teil der Investitionen in Aktienfonds anlegen. Die weitere Strategie richtet sich nach dem aktuellen Zinsniveau. Auch für die nächsten Jahre sehen Experten eine Niedrigzinspolitik der Notenbanken, was eine Veränderung in der wesentlichen Ausrichtung der Anlageform nicht zwingend notwendig macht. Etwas anders sieht es bei den Aktienfonds aus und man muss mit mehr Engagement auf die Bestückungen der Aktienfonds auch mal mit dem Switchen oder Shiften für Veränderungen sorgen, um eine gleiche oder bessere Renditeerwartung zu erzeugen.

Die Fondsversicherung im Überblick

Wer sich für die Fondversicherung interessiert, sollte sich etwas auf dem Finanzmarkt auskennen. Für welchen Fonds, die vom Anbieter der Fondsversicherung angeboten werden und der Versicherte selbst auswählt, ist jedem selbst überlassen. Die angebotenen Fonds dienen dabei Anhaltspunkt für überprüfte und durch Experten analysierte Fonds mit hoher Rendite. Die Berater der Fondsversicherung geben nach bestem Wissen einen Überblick, welche Fonds sicher und rentabel erscheinen, auch werden anhand von Daten aus der Vergangenheit die Entwicklungen der einzelnen Fonds ausgezeigt. Jedoch muss diese Entwicklung auch nicht auf die Zukunft zu treffen. Viele Anbieter der Fondsversicherung heben den Cost Average Effekt besonders hervor.

Der Versicherte hat dadurch einen Vorteil bei vielen Fonds, die anderen Anlageformen verborgen bleibt. Man bekommt Fondsanteile billiger bei gleichbleibenden Prämienzahlungen. Der Cost Average Effekt hat aber keine Auswirkungen auf höhere Gewinne, sondern wirkt sich nur auf die marktüblichen Wertschwankungen eines Fonds aus.

Das Risiko richtig einstufen

Die Strategien, die man für sich selbst wählt, können von hohem Risiko bis zur sicheren Anlageform reichen. Insgesamt unterscheidet man bei der Fondsversicherung diese Arten der Risikoeinstufung in drei Gruppen.

  • Riskante Strategie.
  • Gemischte Strategie
  • Sichere Strategie

Die riskante Strategie vertraut auf einen Aktienfonds, mit dem Risiko, Gewinneinbrüche in Kauf zu nehmen. Die Gewinnerwartungen sind wesentlich höher.

Die gemischte Strategie setzt auf Aktienfonds und Rentenfonds. Die Gewinnerwartungen sind konservativ erhöht, aber erreichen kein Maximum.

Bei der sicheren Strategie werden hohe Anteile der Investitionen in Rentenfonds eingesetzt, nur etwa 20 % der Investitionen geht in Aktienfonds, deren Risiko höher liegt. Die Gewinnerwartungen sind niedrig, aber eingesetztes Kapital ist sicherer angelegt.

Als Grundlage für die Bewertung eines Fonds werden die Zusammensetzung der Aktienportfolios und aktuelle Wirtschaftsdaten analysiert. Die Risikoeinstufung, ob eine oder mehrere Aktien im Wert steigen oder fallen, welche Bewertungen die Aktiengesellschaften haben und welche zukunftsorientierten Weichen für ein Unternehmen gestellt werden, wird von den Finanzexperten in Ratingagenturen und bei den Experten der Fondsversicherung getroffen

Es gibt Fonds, die von Anfang an mit einem sehr hohen Risiko behaftet sind, deshalb aber auch hoch Renditeerwartung liegen. Je höher das Risiko eingestuft wird, umso höher steigt die Renditeerwartung, man kann aber auch hohe Verluste erleiden. Gewinnerwartungen von 15 – 20 % werden oft und gerne prognostiziert, aber in der Vergangenheit wurden diese Prozentzahlen nur sehr selten erreicht. Realistisch sind höhere, einstellige Renditen.

Auf den Erlebensfall ausgerichtet

Bei der Fondsversicherung ist zwar auch für den Fall gesorgt, sollte der Versicherungsnehmer versterben. Im Leistungsfall erhalten Bezugsberechtigte den Anteilswert des Fonds zuzüglich der Ablebenssumme ausgezahlt. Dem Versicherungsnehmer wird daher bei Abschluss der Fondsversicherung ein namentliches Bezugsrecht angeraten. Es verhindert eine Verwirrung und kommt den Begünstigten zu Gute, wenn keine Zuständigkeiten erst noch langwierig geklärt werden müssen. Die Fondsversicherung ist aber mehr auf den Erlebensfall ausgerichtet und gilt als Vorsorgeprodukt für die Altersversorgung. So kann man nach Ablauf der Vertragslaufzeit sein Kapital aus der Fondsversicherung in eine lebenslange, garantierte Pension umwandeln lassen. Sollte man andere Pläne mit dem Geld haben, kann man das machen, wie es einem gefällt. Ob man Hypotheken, Kredite oder andere Verpflichtungen ablöst oder sich auch weitere Kapitalanlagen widmet, bleibt einem selbst überlassen.

Die Fondsversicherung ist eine der kapitalbildenden Anlageformen, die nicht starr und unflexibel an einen vorher festgelegten Fahrplan festhält. Im Laufe der Vertragslaufzeit kann man die monatlichen Prämien erhöhen oder herunter setzen, auch das Aussetzen von Prämienzahlungen, die sogenannte Prämienfreistellung, kann individuell eingesetzt werden, sollten sich die Lebensumstände ändern. Wie bei einer Lebensversicherung besteht bei der Fondsversicherung ein Rückkaufsrecht. Der Rückkauf ist aber mit Kosten verbunden, die vor Abschluss der Fondsversicherung abgefragt werden sollten. Anders wie bei anderen Versicherungen sind die Abschlusskosten höher und wirken sich besonders in der Anfangszeit eklatant auf die Rückkaufswerte aus.

Außerdem muss man bei einem vorzeitigen Abbruch einer Fondsversicherung mit der Besteuerung auf seinen Rückkaufswert rechnen wenn dieser ausgezahlt wird.