15. December 2018

Bootsversicherung

Für immer mehr Menschen gehört die Freizeitgestaltung zu einem wichtigen Element ihres Lebens. Neben dem Beruf und Familie, braucht man eine Nische, um dem Alltag zu entfliehen. Der Wassersport bietet da die richtige Wahl aus der Ruhe, die man an vielen Gewässern finden kann, aber auch eine Vielzahl sportlicher Aktivitäten. Wassersport bedeutet daher auch das Führen eines Bootes, einer Yacht oder eines Segelschiffs.

Mit einer Bootsversicherung entgegnet man den Risiken, denen man sich aussetzt, wenn man sich einen Lebensraum mit anderen teilt. Mit der Bootsversicherung kann man die Versicherungen für ein Fahrzeug an Land vergleichen. Daher gibt es auch für Boote und Yachten ähnliche Versicherungsabstufungen.

Die Bootsversicherung ist keine Pflicht

Zum einen ist die Haftpflichtversicherung eine wichtige Absicherung für jeden Bootseigner, sie ist aber keine Pflicht wie beim Kraftfahrzeug an Land. Sie schützt vor finanziellen Schadensansprüchen Dritter, falls man mit seinem Boot oder Schiff etwas beschädigt oder jemanden verletzt. Unfälle sind in oder auf dem Wasser schnell passiert, da man nicht einfach auf die Bremse treten kann. Muss man stoppen, dauert es etwas, bis man keine Fahrt mehr hat. Kommt es zu Kollisionen unterschiedlicher Bootsklassen, kommt es bei den kleineren Bootsklassen zum Totalverlust

Bootsversicherungen sind daher auch anders als bei Fahrzeugen an Land, in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. So gibt es Laser Boote, Segelschiffe, Segelboote und Segelyachten, Motorboote, Motoryachten, Katamaran, Sportboote, Superyachten und Jollen. Außer den Bezeichnungen, ob ein Boot als Schiff, Motorboot oder Yacht gilt, werden diese auch noch in Kielboote, Jollen, Einhand-Jollen oder Mehrrumpfboote unterschieden. Dingis sind Beiboote und auch oft motorisiert. Sie gelten aber ebenso zu den Booten.

Für die Bootsversicherung haben neben der Bootsgröße auch die Motorisierung und bei Segelschiffen die Größe der Segelflächen eine Bedeutung. Bei der Motorisierung werden die Werte in KW angegeben, Segelflächen in qm

Die Bootsversicherung ist für viele Besitzer sehr sinnvoll

Eine Boothaftpflichtversicherung kann man bei fast jeder Versicherungsgesellschaft abschließen. In die Bootsversicherung eingeschlossen sind der Eigner, Skipper und Crewmitglieder, Bootsgäste, Wassersportgeräte und Taucherausrüstungen, die zum versicherten Boot gehören, sowie Wassersportgeräte, die von dem versicherten Boot oder dem Beiboot gezogen werden. Die Bootsversicherung ist international gültig und übernimmt auch im Falle einer Arrestierung des versicherten Fahrzeuges stellt die Bootsversicherung eine Sicherheitsleistung bis zu 100.000 Euro. Abweichungen dieser Summe ergeben sich aus den Vertragsunterlagen der Bootsversicherung und der versichernden Versicherungsgesellschaft. Das Befahren von Gewässern im Ausland ist nur mit dem Auslandszertifikat erlaubt. Kann man dieses nicht vorweisen, muss man mit hohen Strafen und Ausweisung rechnen. Eine Beschlagnahmung des Bootes durch die ausländischen Behörden ist eine Maßnahme vieler Länder, um eine Zahlung der auferlegten Strafe Nachdruck zu verleihen.

Wasser hat keine Balken

Eine Haftung wird ausgeschlossen, wenn die fahrzeugführende die notwendigen Kapitänspatente nicht erworben hat, was zu vergleichen wäre mit dem Führen eines Fahrzeugs ohne Fahrerlaubnis. Ebenso ausgeschlossen sind Haftungen bei Geschwindigkeitsrennen oder dazugehörigen Trainingsfahrten. Besitzt man auf dem Boot eine Taucherausrüstung, werden Unfälle beim Tauchen von der Haftung ausgeschlossen, wenn eine Person diese Ausrüstung benutzt ohne gültige Tauchlizenz. Bei Ansprüchen gegenüber dem Versicherten aus Strafzahlungen wird die Haftung der Bootsversicherung ebenfalls ausgeschlossen.

Mit der Bootskaskoversicherung schützt man sein Eigentum vor Gefahren, die durch eigenes Verschulden oder durch andere Risiken bestehen. Ein Leck kann durch Bodenberührung oder Berührung mit Gegenständen am oder im Wasser entstehen. Sinkt ein Boot, kann das einen Totalverlust bedeuten. Ein Boot ist aber nicht nur auf dem Wasser gefährdet, sondern kann auch beim Verlegen in ein anderes Gewässer beim Transport beschädigt oder zerstört werden. Beim Slippen wird das Boot mit Hilfe von einem Trailer zu Wasser gelassen. Ein Boot kranen bedeutet, ein aus dem Wasser heben des Bootes. Mit Hilfe von Haltegurten wird das Boot fixiert und anschließend mit einem Kran oder Hebebrücke aus dem Wasser gehoben um es dann auf einen Trailer oder Haltegestell abzusenken. Bei solchen Hebe- und Transportvorgängen ist es schon oft zu Unfällen gekommen. Selbst sehr erfahrene Facharbeiter der Werften sind vor solchen Unglücken sicher. Es kommt immer auf die Bootsform, die Umstände der Hebung und dem verwendeten Material an, um diese Arbeiten reibungslos ablaufen zu lassen.

Die Gefahren durch Feuer im Wasser oder auch an Land sind, wie die Brände im niederländischen Roermond gezeigt haben, allgegenwärtig. Bei dem ersten Brand wurde die Brandursache in einer Lagerhalle festgestellt. Beim zweiten großen Hafenbrand einige Wochen später im Nachbarhafen war eine Yacht nicht fest gemacht und durch das Hafenbecken getrieben. Durch verschiedene Zusammenstöße mit anderen Booten war es in Brand geraten. Das Feuer sprang dann auch auf andere, im Hafen liegende Boote, über. Bei beiden Bränden wurden über 150 Boote und Yachten zerstört, unzählige wurden schwer beschädigt.

Totalverlust in der Versicherung

Sicherlich muss ein empfindlicher Schaden nicht gleich mit dem Totalverlust enden. Auch kleinere Schäden durch ein missglücktes Anlegemanöver können teuer werden.

Das Internet ist voll von Videoclips, bei denen eine kleine Unachtsamkeit zu folgenschweren Unfällen führen. Für einen Außenstehenden erscheint es lustig, aber eine ernste Angelegenheit für den Eigner.

Der Diebstahl, Vandalismus, Schäden die bei einem Sturm oder im Winterlager entstehen können, sind Bestandteil der Bootskaskoversicherung.

Ähnlich wie bei Fahrzeugen an Land, sind das Alter und der Wert eines Bootes für die Bootskaskoversicherung ein wichtiger Aspekt. Ist ein Boot schon älter und der Zustand nicht mehr als neuwertig zu bezeichnen, sollte man eine Bewertung durchführen lassen. Ist der Zeitwert ermittelt, kann man sich besser beraten lassen, ob eine Bootskaskoversicherung sinnvoll ist oder eine allgemeine Bootsversicherung ausreicht.

Wertgutachten in der Versicherung

Für eine richtige Einschätzung des Verkehrswertes und Festlegung des Versicherungswertes trägt der Versicherte die Verantwortung. Grundlage hierfür sollte deswegen immer ein Wertgutachten sein, da eine eventuelle Unterversicherung gleich einer nicht vorhandenen Versicherung kommt. Das Boot ist in der Bootsversicherung nur bei Verwendung in der zu seinem Zweck erbauten und zugelassenen Konstruktion versichert. Mit einem Binnenschiff kann man nicht auf die offene See fahren. Die Boote sind auch entweder seetauglich oder als hochseetauglich ausgewiesen. Seetauglich wären somit küstennahe Gebiete, hochseetauglich ist ein Boot, das durch seine Konstruktion und Bauform die Weltmeere befahren darf.

Besonders bei Booten für Binnengewässer mit Motorisierung ist es wichtig, eine Bootsversicherung abzuschließen. Sollte ein selbstverursachter oder durch Fremdeinwirkung entstandener Unfall auf dem Wasser zum kentern des Bootes führen, sind die Folgen nicht nur für das Boot verherrend. Mitgeführte Treibstoffe, Öle und andere Betriebsmittel gelangen in das befahrene Gewässer und müssen aufwendig aufgefangen und entsorgt werden. Für die Einsätze der Feuerwehr und Wasserwacht können hohe Kosten entstehen.