22. March 2019

Krankenversicherungsvergleich

Wer in Deutschland das Wahlrecht zwischen der privaten und der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung hat, sollte sich genau überlegen, welcher Versicherung er sich anschließt. Hierzu macht es Sinn, einen Krankenversicherungsvergleich durchzuführen.

Krankenversicherungsvergleich in der gesetzlichen Krankenkasse

Bei den gesetzlichen Krankenkassen ist ein solcher Vergleich auf drei Fixpunkte bezogen:

Krankenkassenbeiträge

Die gesetzlich festgelegten Beiträge liegen aktuell bei 14,6 % des Bruttoeinkommens. Die Krankenkassen haben das Recht selbst Zusatzbeiträge zu erheben, die ebenfalls einkommensabhängig gestaltet werden müssen. Wer mit den Geldern, die er aus dem Gesundheitsfonds bezieht, so gut haushaltet, dass die Krankenkasse am Ende des Jahres noch einen Überschuss erzielt hat, kann den Versicherten eine Prämie ausschütten. Wenn man also einen Vergleich nach dem finanziellen Aspekt vornimmt, sollte man darauf achten, welche Krankenkasse Zusatzbeiträge erhebt und welche Krankenkasse im Vergleich dazu in den letzten Jahren Prämien ausgezahlt hat.

Aktuell ist ein Vergleich auf diesem Sektor sehr schwierig, denn alle großen Kassen haben ab dem 01.01.2015 0,9% Zusatzbeitrag erhoben. Selbst die Techniker Krankenkasse, die in den Jahren zuvor jeweils eine Prämie an ihre Mitglieder ausgeschüttet hat, hat den Zusatzbeitrag eingeführt und eine weitere Prämienzahlung erst einmal nicht zugesichert.

die Krankenkassenleistungen

Das ist der Punkt, an dem man die Kassen am besten miteinander vergleichen kann. Hier kann man sich die einzelnen Leistungskataloge genau anschauen und prüfen, welche Krankenkasse in der Krankenversicherung die Leistungen anbietet, die einem Selbst am Wichtigsten sind. Während beispielsweise die Techniker Krankenkasse über lange Zeit Vorreiter in Sachen Homöopathie, Osteopathie, Akkupunktur und Massagen war, ist die Barmer GEK für ihre guten Leistungen grade für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche bekannt. Hier gilt es zu prüfen, welchen Bereich man selbst am ehesten abgedeckt wissen möchte.

die Zusatzprogramme

Jede gesetzliche Krankenkasse hat eine private Partnerversicherung, mit der sie ein Zusatzversicherungsprogramm auf die Beine gestellt hat. Hier kann man Krankenzusatzversicherungen abschließen, um mögliche Versicherungslücken in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Manche Zusatzprogramme umfassen bis zu 20 unterschiedliche Tarife, andere bieten nur an die 10 ausgewählte Tarife an. Auch vom Preis her können diese Angebote stark variieren. Wer Krankenzusatzversicherungen abschließen möchte, hat auch hier einen guten Anhaltspunkt, um eine Krankenkasse auszuwählen.

Dazu kommen mögliche Prämienprogramme der Krankenkasse. Auch diese sind freiwilliger Natur und können von den Krankenkassen selbst festgelegt werden. Hier stellt sich die Frage, inwieweit Interesse an der Teilnahme an einem solchen Bonusprogramm vorhanden ist und welche Ansprüche man an ein solches Prämienprogramm stellt.

Der Krankenversicherungsvergleich in der privaten Krankenversicherung

Ungleich schwerer wird der Vergleich, wenn man in den Bereich der privaten Krankenversicherungen kommt. Hier gibt es keinen Leistungskatalog, der für alle Mitglieder der Krankenversicherung gilt. Vielmehr hat jede Versicherung die Möglichkeit eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife zu verschiedenen Preisen aufzulegen und diese ihren Versicherten dann entsprechen anzubieten. In der Regel bieten die Versicherer hier einen einfachen Basistarif an, der dann je nach Wunsch und Versicherungsbedarf des Kunden entsprechend erweitert werden kann. Hier einmal ein paar Beispiele für private Krankenversicherungen:

DKV-Versicherung

Die DKV-Versicherung aus der ERGO Versicherungsgruppe bietet zwei Haupttarifgruppen an, die je nach Bedarf erweitert werden können. Die günstigste Tarifgruppe sind die Tarife BestMed BMK und KTC. Bei einer Selbstbeteiligung von 1.600,00 Euro liegen die Kosten bei 164,92 Euro monatlich. Wählt man denselben Tarif ohne Selbstbeteiligung, liegt man bei einem monatlichen Satz von 278,71 Euro. Mit nur gut 4,00 Euro mehr sind die Tarife BestMed BMK, BMZ1 & KTC nur unwesentlich teurer.

Auffällig ist, dass in allen Tarifen der DKV auch eine Übernahme von 100% der Kosten für Zahnarztbehandlung und immerhin 75% der Kosten für Zahnersatz enthalten sind. Ebenso wie Leistungen für den Krankenhausaufenthalt (Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer oder alternativ Krankenhaustagegeld).

Die Allianz

Die Allianz unterscheidet bereits im ersten Schritt zwischen Angestellten, Beamten und anderen Beihilfeberechtigen und Ärzten. Für diese drei Personengruppen werden unterschiedliche Tarife angeboten. Dabei bietet die Allianz komplett auf die Bedürfnisse des Versicherten zugeschnittene Tarife. Das heißt, dass der Kunde im Rahmen einer persönlichen Beratung festlegt, welche Leistungen er benötigt. Anschließend wird ihm ein auf seine Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittener Tarif angeboten.

Die HUK-Coburg

Leistungsstark hat sich zuletzt auch die HUK-Coburg erwiesen, wie die Stuftung Warentest im Jahr 2014 festgestellt hat. Der Tarif Komfort2 für Angestellte hat in de Ausgabe 5/2014 ein sehr gut bekommen und war Testsieger. Grund genug einen Blick auf den Tarif zu werfen. Im Tarif Komfort der HUK wird in der Hauptsache mit freier Arztwahl, Chefarztbehandlung und Einzelzimmergarantie im Krankenhaus und 80% Kostenübernahme bei Zahnersatz geworben. Die Kosten liegen bei einem Angestellten, der im Januar 1984 geboren wurde bei 523,55 Euro monatlich, wenn keine Selbstbeteiligung gewählt wird. Mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von 600,00 Euro liegen die monatlichen Kosten noch bei 374,18 Euro und bei einer Selbstbeteiligung von 1.500,00 Euro sind noch immer monatliche Kosten in Höhe von 318,76 Euro zu tragen.

Krankenversicherungsvergleich leicht gemacht

Ein Krankenversicherungsvergleich auf herkömmlichem Weg, mit dem Einholen verschiedener Angebote und dem „zu Fuß“ Vergleichen der Kosten und der Leistungen, ist man in der deutschen Krankenversicherungslandschaft lange beschäftigt. Und am Ende wird man sicherlich feststellen, dass man den einen oder anderen interessanten Tarif übersehen hat. Deshalb gibt es die Möglichkeit den Krankenversicherungsvergleich über entsprechende Portale im Internet vorzunehmen. Besonders bekannt sind hier Seiten wie Check24 oder versicherung-vergleiche.de. Hier hat man die Möglichkeit seine Wünsche und Bedürfnisse einzutragen und sich die entsprechenden Tarife im Rahmen eines Krankenversicherungsvergleichs auswerfen zu lassen. Aber Obacht, auch hier lohnt es sich, verschiedene Portale dieser Art zu bemühen und die Ergebnisse zu vergleichen, da diese teilweise voneinander abweichen.

Unter dem Strich ist ein Krankenversicherungsvergleich gerade auf dem Gebiet der privaten Krankenversicherungen ein umfangreiches Unterfangen. Wenn man am Ende aber einen Tarif haben möchte, auf den man ich absolut verlassen kann und das ohne das man von den Kosten aufgefressen wird, lohnt sich die Mühe.