25. September 2017

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Fähigkeit arbeiten gehen zu können ist sehr wichtig, dass für den Lebensunterhalt und den Lebensstandard gesorgt werden kann. Wenn die Fähigkeit arbeiten zu gehen verloren geht durch einen Unfall oder durch eine Erkrankung, kann dies eine Familie ins finanzielle Chaos bzw. in den Ruin stürzen. Von staatlicher Seite her ist zwar seit1889 durch die Rentenversicherung eine leichte Abfederung da, doch diese fängt bei weitem nicht die Kosten aus bzw. die Bedürfnisse, die bestehen und ist nicht so hoch wie das frühere empfangene Arbeitsentgelt, das jedoch sechs Wochen nach dem Eintritt der Krankheit bzw. des Unfalls durch den Arbeitgeber auch nicht mehr bezahlt werden muss.

Viele Verbraucher verwechseln wegen der Ähnlichkeit der Begriffe heute dabei die

Erwerbsunfähigkeitsversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt hier jedoch einige markante Unterschiede, auch wenn es sich bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung um ein der Berufsunfähigkeitsversicherung verwandtes Produkt handelt. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert aber zum Beispiel schon Schüler und Studenten ab, die kein Einkommen haben. Denn die Höhe der Leistung der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist nicht abhängig davon, was verdient wurde oder wird, sondern von der Höhe der Versicherungssumme, die abgeschlossen wurde. Das heißt auch Eltern können für ihre Kinder eine derartige Versicherung abschließen. Sogar Hausfrauen und auch Auszubildende können sich über diese Versicherung absichern lassen, was durchaus Sinn machen kann. Denn insbesondere Hausfrauen sind auf sich allein gestellt häufig und wissen nicht wie sie sonst über die Runden kommen sollen, wenn sie vielleicht auch noch alleinerziehend sind. Allerdings ist zu bedenken, dass der Versicherungsschutz einer privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung deutlich schlechter ist als der einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Leistungen der Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine derartige Versicherung erbringt Leistungen im Sinne der Versicherungsbedingungen, also auch dann, wenn der Versicherte nur vorübergehend nicht fähig ist seiner Arbeit nachzugehen. Allerdings muss schon eine hohe Beeinträchtigung bestehen, dass diese Versicherung eine Leistung erbringt. Die Leistung wird dabei in Form von einer Rentenzahlung an den Versicherten ausbezahlt. Der Leistungsfall tritt für die Versicherung allerdings erst dann ein, wenn der Versicherte überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann bzw. nur noch wenige Stunden täglich einer Beschäftigung nachgehen kann. Dabei hängt es nicht davon ab, ob der Versicherte nun in seinem erlernten Beruf arbeiten kann, wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung oder ob er vielleicht stundenweise noch eine andere Arbeit ausüben könnte. Die Höhe der Leistung hängt dabei von der Höhe der Versicherungssumme ab. Und von der Höhe der Versicherungssumme hängt letztlich die Höhe des Beitrags ab.

Beitragshöhe

Die Höhe des Beitrags für eine derartige Versicherung gilt als äußerst günstig. Dies gilt insbesondere für körperlich bzw. handwerkliche tätige Versicherte. Dabei ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht für alle Berufsgruppen abschließbar. Neben Hausfrauen und Schülern und Studenten können auch häufig Künstler wie Schauspieler oder Musiker überhaupt keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sondern nur eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Die Vorerkrankungen spielen aber auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Rolle, aber eine nicht so große wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Allerdings gibt es diese Versicherung bei entsprechenden Vorerkrankungen nur mit hohen Risikozuschlägen. Dabei können Erwerbsunfähigkeitsversicherungen entweder als eigenständige Police oder als Zusatz zu einer Risiko-Lebensversicherung abgeschlossen werden. Dabei sollten bei der Risikoprüfung psychische Erkrankungen nicht verschwiegen werden. Neben der Höhe des Beitrags ist auch noch zu beachten, dass der volle Versicherungsschutz erst nach dem Ablauf von 5 Jahren nach dem Versicherungsbeginn besteht. Zuvor sind allerdings auch Leistungen dieser Versicherung zu erwarten, wenn es zu einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit kommt. Das bedeutet es besteht Leistungspflicht der Versicherung, auch wenn die 5 Jahre noch nicht zu Ende sind, aber ein unfallbedingtes Schadensereignis eintritt. Maximal versicherbar sind zudem bei Vertragsabschluss auch nur eine gewisse Höhe an Monatsrente, wobei aber eine Leistungsdynamik vereinbart werden kann. Die Höhe der Monatsrente ist bei dieser Versicherung nicht abhängig von der Höhe des Einkommens, sondern nur von der Höhe der Versicherungssumme, die vereinbart wurde. Der Versicherungsschutz der Erwerbsunfähigkeitsversicherung, also die Höhe der Versicherungssumme und auch die Leistungen können natürlich nach Bedarf angepasst werden. Und zwar bis das reguläre Rentenalter eintritt. Das heißt eine Nachversicherungsmöglichkeit bzw. die Möglichkeit zur Höherversicherung gibt es immer. Zum Beispiel dann, wenn sich die Familienumstände verändert haben, wie durch die Geburt von einem Kind oder sich der

Familienstand sich verändert hat oder die berufliche Situation maßgebliche Veränderungen nach sich zieht. Dies hat natürlich auch gleich Auswirkungen auf die Höhe des Beitrags. Beeinflusst werden kann die Höhe der Beiträge auch noch durch die Zahlungsweise. Und zwar hat man bei dieser Versicherung die Wahl zwischen einer monatlichen, einer vierteljährlichen und einer halb- bzw. jährlichen Zahlung.
Beeinflusst wird die Beitragshöhe für eine derartige Versicherung natürlich auch noch durch die Versicherungslaufzeit, vom Einstiegsalter und von der gewünschten Rentenhöhe sowie von den Umwandlungsmöglichkeiten in andere Versicherungsformen und den Zusatzleistungen und von zusätzlichen Vereinbarungen zum Versicherungsvertrag. Die Aufwendungen für diese Art von Versicherung können im Übrigen bei der Steuererklärung gelten gemacht werden. Denn es handelt sich um Aufwendungen, die für die Gesundheit bzw. die Altersvorsorge aufgewandt werden.

Steuerliche Bedeutung der Rentenzahlungen

Dann gibt es aber auch noch die Seite der steuerlichen Bedeutung, wenn es zum Leistungsfall kommt. Die monatliche Rentenzahlung durch diese Versicherung muss nämlich grundsätzlich versteuert werden. Hierbei zählt die Rente aus dieser Versicherung nämlich als Einkommen. Jedoch ist nicht der gesamte Betrag steuerpflichtet. Es hängt von der Art des zahlenden Versicherungsunternehmens ab, wie hoch der Ertragsanteil ist, auf den Einkommenssteuer erhoben wird. Dabei gilt für die Besteuerung des Ertragsanteils der Erwerbsunfähigkeitsversicherung der gleiche Steuersatz, wie auch für die übrigen Einkünfte, welch der Einkommenssteuer unterliegen.

Kündigung der Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann man natürlich auch vorzeitig kündigen. Es handelt sich hierbei um eine ganz normale Versicherung, die jederzeit gekündigt werden kann, dabei ist aber zu beachten, dass bei den meisten Anbietern die volle Leistungshöhe erst nach 5 Jahren erbracht wird. Die Kündigungsfristen variieren allerdings bei den einzelnen Anbietern, und zwar im Rahmen von 1 bis 3 Monaten. Durch die Kündigung von einer derartigen Versicherung zahlt die Versicherungsgesellschaft dem Versicherten einen Rückkaufswert aus. Wie hoch dieser bei regelmäßiger Beitragszahlung ist, kann aus der Police genau abgelesen werden. Dabei spielt allerdings eine große Rolle mit welchem Eintrittsalter die Versicherung abgeschlossen wurde und wie hoch der Anteil für die Leistungsrückstellung ist. Für die Kapitalbildung eignen sich derartige Versicherungen eher weniger gut.