15. December 2018

Dread-Disease-Versicherung

Die Dread Disease Versicherung ist eine noch recht junge Form der Lebensversicherungen. Sie sorgt dafür, dass die finanzielle Belastung durch Erkrankungen für den Versicherten nicht zu stark wird und dieser nicht einen finanziellen Ruin erleiden muss.

Versicherungen haben auch so ihre Geschichte. Die der Dread-Disease-Versicherung ist dabei ein bisschen ungewöhnlich, weil derartige Finanzprodukte normalerweise immer in der westlichen Welt bzw. in den Industrienationen entwickelt werden. Die Spuren der Dread-Disease-Versicherung führen allerdings zurück nach Südafrika. Dort wurde im Jahr 1983, genauer gesagt am 6. Oktober 1983, eine erste Dread Disease Insurance auf den Versicherungsmarkt gebracht. Initiiert wurde dieses Finanzprodukt aber nicht von einem Finanzmakler, sondern von einem Arzt, und zwar dem Herzchirurgen Dr. Marius Barnard. Er ist der Bruder des weltbekannten Dr. Christian Barnard, welcher weltweit die ersten Herztransplantationen durchgeführt hatte. Barnard konnte es nämlich nicht ertragen, welche hohen finanziellen Probleme die Patienten noch zusätzlich zu ihrer eh schon schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung haben. Diesen Menschen zu helfen, wenn sie zuvor eine derartige Versicherung abgeschlossen haben zu helfen, das war die Motivation, die hinter der Initiierung von diesem Finanzprodukt steckte. Dafür konnte Dr. Marius Barnard einige südafrikanische Versicherungsgesellschaften gewinnen. Da auch in vielen Industrienationen auf der Welt die Menschen bei schweren Krankheiten in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, war es nicht verwunderlich, dass sich dieses Finanzprodukt schnell auch unter den us-amerikanischen Versicherungsgesellschaften herumsprach und dort ebenfalls sehr bald angeboten wurde. In Deutschland ist diese Versicherungsform seit den 1990er Jahren bekannt und wurde nach einigen Anlaufschwierigkeiten im Jahr 1993 offiziell zugelassen. Allerdings wird die Dread-Disease-Versicherung bis heute nur von wenigen Versicherungsgesellschaften überhaupt angeboten.

Versicherte Krankheiten

Dabei ist auch die deutsche Bezeichnung “Schwere-Krankheiten-Vorsorge” ein bisschen irreführend. Denn Krankheiten verhindern bzw. Präventionsmaßnahmen damit bezahlen kann man nicht. Die Versicherung tritt dann ein, wenn bereits schwere Krankheiten diagnostiziert wurden und die Kosten für die Lebensführung nicht mehr bezahlt werden können. Das heißt wenn der Versicherte nicht mehr arbeiten kann, wie bei schweren Formen von Krebs, bei Multiple Sklerose, beim Auftreten von Lebererkrankungen, Lungenerkrankungen und der Parkinson-Krankheit und von Arthritis. Die Dread-Disease-Versicherung ist aber auch für die Absicherung der finanziellen bei Herzinfarkt, Folgen von Unfällen oder von Schlaganfällen gedacht. Absichern kann man auch Krankheiten wie Aids, Nierenversagen, Blindheit, Taubheit, Kinderlähmung, Querschnittslähmung und schwere Verbrennungen. Über eine Versicherung dieser Art lassen sich ca. 30 bis zu über 40 schwere Krankheiten absichern. Natürlich kommt es im Bezug auf den Beitrag darauf an, wie viele Erkrankungen der Vertrag beinhaltet und wie alt der Versicherte ist. Vor einigen Jahrzehnten war es so, dass hauptsächlich ältere Menschen schwer erkrankten. Heute hat sich dieses Verhältnis etwas verschoben. Immer mehr jungen Menschen leiden bereits unter Krebs und haben schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Altersgruppe der 31- bis 51jährigen gilt heute statistisch gesehen als die Gruppe mit den meisten schweren Erkrankungen. Unabhängig vom Alter ist eine derartige Versicherung aus dem Grund sehr sinnvoll. Schließlich erkranken zum Beispiel jährlich ca. 400.000 Menschen neu an Krebs und rund 300.000 Menschen erleiden einen Herzinfarkt im Jahr.

Leistungen

Dabei zahlt die Dread Disease Versicherung zahlt, wenn die schwere Krankheit durch eine ärztliche Diagnose bestätigt wird. Im Bezug auf die Leistungen gilt Folgendes: Wird die Versicherung als Basisschutz abgeschlossen, hat der Versicherte keine Auswahl welche Krankheiten durch diese Versicherung abgesichert sind. Eine Basispolice umfasst in der Regel acht Krankheiten. Der Komfortschutz indes mehr als 40 Krankheiten. Die Tarifgestaltung ist bei den diversen Versicherungen sehr unterschiedlich. Wichtig zu wissen ist, dabei, dass die Dread Disease Versicherung nicht nur dann Leistungen erbringt, wenn der Versicherte krank ist, sondern auch dann, wenn dieser an der Folge der Krankheit verstorben ist. Denn was nach dem Tod eines Erkrankten zurückbleibt ist nicht nur die Trauer der Angehörigen, sondern auch meist sehr viele Schulden. Insbesondere dann, wenn der Versicherte sozusagen mitten aus dem Leben gerissen wurde und der einzige Verdiener war. Da die Leistungen der Versicherung aber in der Regel gleich bezahlt werden, wenn die Krankheit offenkundig wird durch die Diagnose, kann das Geld sehr gut für die Überbrückung finanzieller Engpässe genutzt werden, die durch den Verlust der Arbeitskraft entstehen und auch für die Finanzierung von medizinischen Behandlungen, Therapien und Reha-Maßnahmen, die nicht von der Krankenkasse getragen werden bzw. nicht in vollem Umfang. Und natürlich ist das Geld aus der Versicherung auch eine monetäre Stütze für die Familie, wenn der Versicherte in der Folge der Erkrankung verstirbt.

Leistungen werden durch diese Versicherung allerdings nur dann erbracht, wenn eine Karenzzeit erreicht ist. Hierunter versteht man die Zeit zwischen dem Eintritt des Leistungsfalls und der Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme. Diese Karenzzeit ist allerdings relativ kurz, da um Leistungen zu erhalten nur die Vorlage des Krankheitsbefunds durch den behandelnden Arzt nötig ist. Dieser Zeitraum beträgt in der Regel 14 Tage bis einen Monat. Und dies liegt dann meist auch noch in dem Rahmen, wo das Recht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber besteht, wenn der Versicherte Arbeitnehmer ist. Die Einmalsumme aus der Versicherung erhält der Versicherte auch dann, wenn er wieder vollständig gesund wird. Und die Zahlung erfolgt unabhängig davon, ob durch die Erkrankung die Arbeitskraft des Versicherten beeinflusst wird. Das heißt auch wenn es durch die Erkrankung nicht zu einer Berufsunfähigkeit kommt, erhält der Versicherte die vereinbarte Leistung. Selbst Menschen mit psychischen Erkrankungen, also bei denen irgendwie schon klar ist, dass es zu einer Behandlung kommen muss bzw. sich die Krankheit eventuell verschlimmert, können eine derartige Versicherung abschließen.

Höhe des Beitrags

Die Höhe des Beitrags, die von den Versicherungsgesellschaften für eine Dread Disease Versicherung verlangt wird, richtet sich nach einigen speziellen Faktoren. Hierzu zählen das Alter (ältere Versicherte zahlen im Zuge der Dynamik dann einen höheren Beitrag) und dem Geschlecht, aber auch natürlich abhängig von der Höhe der Versicherungssumme und von der Laufzeit. Versicherte, die bereits eine Vorerkrankung haben, können eine derartige Versicherung natürlich auch abschließen, müssen aber einen Zuschlag zahlen. Einige Anbiter ermöglichen auch den Einschluss von einer Todesfall-, Erwerbsunfähigkeits-, Pflege- oder Berufsunfähigsversicherung. Einige Unternehmen versichern heute auch ihre Führungskräfte mit einer derartigen Versicherung, und zwar mittels einer sogenannten Keyman-Police, auch Schlüsselkraftversicherung genannt. Diese hat den Sinn und Zweck für das Unternehmen bei Krankheit einer Führungskraft den Verlust des Unternehmens auszugleichen. Die Versicherungssumme geht im Leistungsfall an das Unternehmen.